Konservierung der Zeit

Fotografie und Film
In ihrer fast 200-jährigen Geschichte hat die Fotografie "versiegelte Zeit" hinterlassen. Im Festhalten des Augenblicks liegt die Faszination des belichteten Bildes. 1/8-Sekunde Belichtungszeit entspricht dem Schlag des Augenlids. "Es kommt auf die Sekunde an", das ist hingegen das Gesetz des Films: 24-mal in der Sekunde ist es auf den Filmbildern hell, 24-mal ist es dunkel. Nur beides zusammen ist der Film.

Das Auge der Kamera ist unbestechlich und korrigiert immer wieder das menschliche Auge, das keine Brennweiten kennt und je nach Fantasie die Bilder, die es sieht, verändert. Noch unbestechlicher als die zahlreichen Optiken der elektronischen und der traditionellen Kameras ist aber das Auge jener Künstlerinnen und Künstler, die die Kamera beherrschen.

Es geht um Stillstand und Bewegung, um die Bilder, die Film und Fotografie festhalten können. Es geht darum, wie diese auf die Menschen wirken und wie sie Realität gestalten. Von der einfachen Vielfalt der Laterna Magica über die Morgenröte des Films, die Visualität des Kinos vor Hollywood, den Lichtfresser Arriflex-35 mm bis hin zur modernen Film- und Fotokunst. Wir sehen Annie Leibovitz bei einer ihrer Fotosessions, wir wohnen der Verhüllung des Reichstags im Zeitraffer bei, jagen den Augenblick und bilden die Realität anhand von Bilderwelten nach.

Porträts von und Gespräche mit Jim Rakete, Annie Leibovitz, Michael Ballhaus, Richard Leacock, Regina Schmeken, Henri Alekan, Thomas Demand, Thomas Mauch, Werner Herzog, Ludwig Rauch und anderen...

Die Zeit ist flüchtig und doch gelingt es uns immer wieder, sie zu konservieren.