10 vor 11 vom 05.01.2015

Zeit ohne Zeit

Auf einem Kongress zwischen Wissenschaftlern und Fundamentalisten gibt es Prügel
Peter Konwitschny hat am Theater Chur eine zweite Kantate von Johann Sebastian Bach BWV20 szenisch auf die Bühne gebracht: Oh, Ewigkeit Du Donnerwort! Die Begriffe Ewigkeit und Zeit werden durch Albert Einstein, Enrico Fermi und Stephen Hawkings interpretiert.

Fanatische Gläubige, ebenfalls Teilnehmer des Kongresses, intervenieren. Ein dramatischer Konflikt. Die Worte und die machtvolle Musik der Kantate treten in dieser szenischen Fassung aktuell und emotional vor den Zuschauer. Bach zeigt sich verblüffend modern und voller Konflikte. Das war immer schon in diesem mächtigen Werk und der Beharrlichkeit Bachs, die sich auf das Wort und nicht bloß die Musik konzentriert, enthalten, aber in der rituellen und kirchlichen Version verdeckt.

Ein großartiges Theater, das über alles Theatralische hinausgeht.