Schreiben als Lebensart

Martin Walser aus Anlass seiner TAGEBÜCHER 1951-1962

Besonders informativ sind Tagebücher, von denen der Autor annahm, dass sie nie veröffentlicht würden. Sie sind intim und authentisch. Zugleich enthalten sie bei Menschen, zu deren Leben das Schreiben gehört, Fundstücke literarischer Erzählungen, die keiner Planwirtschaft unterliegen. Oft sind das Texte, die noch besser sind als die in den Romanen veröffentlichten. Schon 1951 ist deutlich, dass Martin Walser sein Leben dem Schreiben widmen wird. Wichtige Zeiten sind das Jahr, in dem Martin Walser, der am Sender Stuttgart für Hörspiele und als Dokumentarfilmer für die unübertroffene Hauptabteilung Dokumentarfilm im beginnenden Fernsehen arbeitet, seine Film über die Republik Polen herstellte. In diesem Jahr wäre Martin Walser beinahe gestorben. Eine Assistenzärztin rettete ihn aus der Klinikfabrik, indem sie dafür sorgte, dass sein Gallenblasenverschluss im letzten Moment operiert wurde. Begegnung mit Martin Walser aus Anlaß seines Buches "Leben und Schreiben: Tagebücher 1951 - 1962". Ein Gespräch über Kernpunkte des poetischen Schreibens und die Erzähltradition der Kelten.