10 vor 11 vom 11.12.2006

Der schmale Grat der Macht

Pedro Barceló über die politische Praxis römischer Kaiser
Die Supermacht Roms litt am Ende der Republik und zu Anfang der Kaiserzeit wegen der Überdehnung des Reiches an permanenter Überforderung. Auf diese Weise erhielten die Kaiser eine unerhörte Macht. Ein Kaiser konnte seine Autorität aber nur dann erhalten, wenn er sie nicht zeigen musste. Kaiser Augustus hat diese Art der politischen Praxis als erster vorgeführt. Nach seinen blutigen Anfängen arbeitete er an seinem Bild als "Erster Bürger" und "Friedenskaiser". Seine Herrschaft beruhte auf der vollständigen Kontrolle der öffentlichen Rede. Der Althistoriker Prof. Dr. Pedro Barceló über Augustus und die Macht der Worte. Zur politischen Praxis römischer Kaiser.