Primetime vom 12.10.1997

Das Babbeln der Schwarzen Löcher

Stephan Hawking und seine grandiose Theorie der Quantenhörigkeit perverser Materie
Gelähmt in seinem Rollstuhl, vor seinem Computer mit der Maus klickend, erforscht Stephan Hawking den Kosmos und die Raumzeit. Er verknüpft die Relativitätstheorie Einsteins mit dem unscharfen Prinzip der Quantenphysik. Mit diesem raffineirten Instrumentarium untersucht er die rätselhafte Konzentration "perverser", d.h. in sich zusammengestürzter Materie, die wir Gravitationsfallen oder Schwarze Löcher nennen.

Er hat herausgefunden: Die Schwarzen Löcher sind nicht schwarz. Obwohl sie eine extrem geizige Form der Materie darstellen, geben sie Energie ab. Die klassischen Gesetze der Physik, die sich durch Eleganz und Klarheit auszeichnen, verhalten sich in den Schwarzen Löchern als laut und besonders unordentlich. Die Schwarzen Löcher "babbeln", sagt Hawking.

Der Filmemacher Errol Morris portraitiert den genialen Physiker in seinem Film "Eine kurze Geschichte der Zeit".