News & Stories vom 04.05.2008

Das Universum im Labor

Prof. Dr. Horst Stöcker: Der Urknall ist überall

Es herrscht Aufbruchsstimmung bei den Astrophysikern und den Teilchenzertrümmerern. Die Physik des 21. Jahrhunderts ist mit gewaltigem Gerät auf der Spur unbekannter Dimensionen und alternativer Materie. Gibt es Parallel-Universen? Lassen sich Fabriken gründen zur Herstellung von Anti-Materie? Welche Kräfte lässt eine Supernova-Explosion frei? Was sind Raumbeben? Auf verschiedenen Wegen nähern sich die Forscher auf Nanosekunden dem hochenergetischen Anfang der Welt: dem Urknall. In diesem Anfangspunkt kann man heute den Überschall-Jet (indirekt) messen, von dem alle Schwingungen herkommen. Dieser hochenergetische Punkt liegt aber nicht an einer bestimmten Stelle, sondern ist überall im Universum verteilt: der Urknall ist überall. Die neuesten Forschungen arbeiten mit Fernrohren, die außerhalb der Erde die Galaxien und Sterne untersuchen. Zugleich arbeiten sie im unendlich Kleinen. Die Anfänge der Welt sind nämlich auch in den Teilchen versteckt, die bis zur Planck-Länge hinab bei der Kernzertrümmerung im Cern und im Synchroton des GSI entstehen. Prof. Dr. Horst Stöcker, Vizepräsident der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität und Chef der "Gesellschaft für Schwerionenforschung" (GSI) bei Darmstadt, berichtet.