News & Stories vom 02.05.1999

Pique Dame, die Todeskarte

Peter Tschaikowskys unheimliche Oper in Stuttgart
Tschaikowskys unheimliche Oper in Stuttgart in einer Inszenierung von großer Bestimmtheit und scharfer Sensibilität. Die Interpretation betont die modernen Züge in Tschaikowskys Musik und Dramaturgie und läßt Puschkins ursprüngliche Novelle hervortreten. Angela Denoke entwickelt den Charakter der Lisa zu einer Glanzrolle, so wie sich diese große Sängerin schon in JENUFA auszeichnete. LANGFASSUNG: Peter Tschaikowskys letzte und modernste Oper hat den Titel PIQUE DAME, nach der Erzählung von Alexander Puschkin, die den Stoff bildet. Die Pik-Dame gilt als die Karte, die den Tod vorhersagt. Bei Puschkin und Tschaikowsky geht es um die Tragödie und den Tod eines Spielers. Er ist leidenschaftlich entbrannt für ein junges Mädchen. Zugleich hat ihn die Spielleidenschaft überwältigt. Zwei fixe Ideen, sagt Puschkin, kann kein Mensch in seinem Kopf aushalten. Eine geheimnisvolle Gräfin, ehemals als Verführerin in Paris tätig, erhielt von einem ihrer Liebhaber die Kenntnis von drei Karten, die ihrem Besitzer stets Gewinn bringen. Es sind die DREI, die ZEHN und das AS. Der Held der Oper, die in St. Petersburg spielt, ein Mann mit dem deutschen Namen Hermann, bedroht die Gräfin eines Nachts, um ihr das Geheimnis zu entreissen. Die Gräfin erschrickt und stirbt. Ihre Enkelin, eine starke Persönlichkeit namens Lisa, hält den jungen Spieler für einen Mörder. Sie will sich dennoch nicht von ihm trennen. Das Schicksal zieht alle, Hermann und Lisa, in den Abgrund. Die musikalische Leitung liegt bei Oleg Caetani. Es wird russisch gesungen. Johannes Schaaf gelang eine Inszenierung von großer Bestimmtheit und scharfer Sensibilität. Seine Interpretation betont die modernen Züge in Tschaikowskys Musik und Dramaturgie und läßt Puschkins Novelle hervortreten. Angela Denoke entwickelt den Charakter der Lisa zu einer Glanzrolle, so wie sich diese große Sängerin schon in JENUFA auszeichnete. Eine Zusammenarbeit mit der Staatsoper Stuttgart, unter der Leitung von Dr. Klaus Zehelein.