LUCIA DI LAMMERMOOR

Oper in 3 Akten von Gaetono Donizetti

Für den legendären Generalmusikdirektor Kirill Petrenko an der Bayrischen Staatsoper München war Donizettis Werk die erste Belcanto-Oper, die er dirigierte. Die Inszenierung lag bei Barbara Wysocka, einer jungen Regisseurin aus Warschau, die für die Modernität ihrer Regie bekannt ist. Die Handlung der Oper: Eine schottische Familie hat eine ältere Adelsfamilie im Bürgerkrieg enteignet. Lucia, die Tochter aus dem neuen Herrscherclan, liebt den verbannten Erben der beraubten Familie. Ihr Bruder will den Schutz der Familie verstärken indem er die Schwester einem mächtigen Feudalherren zur Braut gibt. Ein altes Thema: „Der Bruder verkauft seine Schwester“. Als die Intrige gelingt, durch Irrtum und Druck der Familie, und Lucia mit dem Potentaten verheiratet ist, ersticht sie diesen im Hochzeitsbett. Der Tat folgt die berühmte „Wahnsinnsarie“. Bei Verlust des Verstandes setzten sich Treue und der wahre Wille Lucias durch. Die Sopranistin Diana Damrau gestaltet diese Rolle emotional erschütternd und unvergesslich. Die Regisseurin, die auch das Bühnenbild bestimmte, hat die Handlung im Ballsaal eines derangierten Grand Hotels in Detroit nach der Autokrise verlegt. Kostüme und Haltung der Sänger entsprechen nicht dem schottischen Mittelalter von Walter Scotts Originalroman, sondern zeigen Menschen, die aus der Kennedy-Familie und aus der Zeit Marylin Monroes und James Deans zu kommen scheinen. Das gibt der Aufführung an der Bayrischen Staatsoper enorme emotionale Schubkraft.