LOHENGRIN in Leningrad

Eine merkwürdige Premiere am 22. Juni 1941

Genau am 22.6.1941, dem Tag, an dem deutsche Panzerverbände in Russland einfielen, war die Premiere von Richard Wagners Oper LOHENGRIN im Mariisnki-Theater in Leningrad geplant. Die Wagner-Aufführung war noch als Höhepunkt zu Ehren des Stalin-Hitler-Paktes gedacht. Den ganzen Tag über debattierte die Leitung des Opernhauses und die örtlichen Parteigremien der KPDSU, ob in Folge des Kriegsausbruchs mit Deutschland die durch Proben so sorgfältig vorbereitete Oper abgesagt werden sollte. Immerhin endet der letzte Akt dieser Oper mit dem Aufbruch aller „Ritter von Brabant“ nach Osten zum „Kampf gegen die Hunnen“. Wir begleiten die Politkommissarin für Kultur, die zuständig ist für das Opernhaus, durch den aufregenden Konferenztag. Im Hintergrund die Endproben. Am Ende wurde die Premiere durchgeführt, weil sie nun einmal zur Planung gehörte. Wer immer seine Pläne konsequent durchführt, sagt die Kommissarin, dem winkt der Sieg und er gelangt bis Berlin. Galina Antoschewskaja als Politkommissarin der Oper Leningrad.