News & Stories vom 17.05.2009

Von der Poesie im Recht

Prof. Dr. Stefan Grundmann über Jakob Grimm, Friedrich Carl von Savigny, Adam Smith, Max Weber und den allseitigen Blick
Recht und Dichtkunst liegen für das heutige Verständnis weit auseinander. Bei Jakob Grimm, gemeinsam mit seinem Bruder Wilhelm bekannt als Sammler von Märchen, aber auch als Autorität für die deutsche Sprache, und noch bei dem großen Juristen und Universitätsgründer Friedrich Carl von Savigny geht es um die gemeinsame Wurzel: ein Volk täuscht sich nicht über das Poetische und auch nicht über sein Rechtsempfinden. Für die moderne Juristenausbildung macht es einen großen Unterschied, ob an solche gemeinsamen Wurzeln angeknüpft oder ob bloß Fachjuristen und Gesetzesausleger herangebildet werden. Prof. Dr. jur. Dr. phil. Stefan Grundmann, Institut für Banken- und Marktrecht der Humboldt-Universität Berlin und Mitbegründer eines Projekts für Advanced Studies in der europäischen Juristenausbildung, setzt die Gedanken von Jakob Grimm und Savigny in Zusammenhang mit der Betrachtungsweise von Adam Smith und Max Weber, den großen Ökonomen, die ebenfalls das Recht noch im Gesamtzusammenhang einer umfassenden Gesellschaftstheorie sehen.