10 vor 11 vom 13.11.1995

Tagesläufe eines DDR-Spitzenpolitikers in der Krise

Egon Krenz, Generalsekretär der SED für sieben Wochen
Es geht um die dramatischen Tage von Mitte Oktober bis Anfang Dezember 1989. Eine historische Entscheidung formt sich. Zu Anfang hat die Entwicklung noch keine endgültige Richtung. Sie kann noch auf eine Konföderation zweier Staaten zuführen. Der Spitzenpolitiker, in einen festen Tagesablauf eingebunden, versucht auf die Situation zu reagieren. Mehr als 24 Stunden pro Tag hat er nicht zur Verfügung.
Die verwundbarste Stelle jedes Politikers heißt: Mangel an Zeit.