Beethoven, die Hoffnung und das Böse

Sylvain Cambreling über FIDELIO als geniale Theatermaschine

An der Staatsoper Stuttgart dirigiert Sylvain Cambreling die endgültige Fassung von Beethovens FIDELIO aus dem Jahr 1814. Beethoven hat an seiner einzigen Oper, die er komponierte, viele Jahre gearbeitet. Die verschiedenen Fassungen unterscheiden sich deutlich. Es gibt vier verschiedene Ouvertüren. Gleich in allen Fassungen aber bleibt das Gleichgewicht zwischen gesungenen und gesprochenen Szenen. Diese Dialoge sind wichtig und typisch für den Typ der französischen Oper. Markant die Rolle des Gefängnis-Gouverneurs, einer Gestalt des Bösen. Auf der anderen Seite die legendäre Hoffnungsarie der Leonore. Sie hat sich als Mann verkleidet und ins Revolutionsgefängnis eingeschlichen, um ihren Mann aus dem Kerker zu befreien. Die Oper ist reich an dramatischen Szenen. Beethoven, der sonst als Meister der „absoluten Musik“ gilt, zeigt sich als Experte der Opernbühne, als Theatertier. Begegnung mit Sylvain Cambreling.