10 vor 11 vom 28.11.1994
Leibniz
Nachtarbeiter, Keksesser, Genie im Niemandsland
Zwei Jahre vor dem Ende des 30-jährigen Krieges, der Deutschland verheerte, wird Gottfried Wilhelm Leibniz geboren: ein ganz ungewöhnlicher Geist, slawisch geprägt, aus dem Gebiet der neuen Bundesländer stammend - er bereitet Projekte vor, die den Fortschritt in das 21. Jahrhundert verlängern sollen. Er erfindet eine Rechenmaschine und die Grundlagen des digitalen Systems, nach dem heute die Computer funktionieren. Er erläutert die praktischen Pläne Gottes und berät 22 Fürsten. Für Zar Peter den Großen will er der Solon Russlands werden. Zwischen China und Europa sucht er den Austausch dahingehend, dass die Europäer Chinesisch lernen. Asien wird der Berater Europas.
Gottfried Wilhelm Leibniz ist Nachtarbeiter und lebt ungesund von Süßigkeiten, weshalb heute Hannoveraner Kekse nach ihm benannt sind. Ein Projektmacher, ein Universalgenie in dem geistigen Niemandsland zwischen Mittelalter und Aufklärung.
Legationsrat I. Klasse, Dr. Manfred Osten, porträtiert den eindrucksvollen Mann: Gottfried Wilhelm Leibniz.