10 vor 11 vom 27.08.1990
"Geisterstunde mit Bildern"
Wir werden in der modernen Welt durch Bilder überschüttet. Darunter finden sich erschütternde Bilder von Krieg und Gewalt, aber auch zahllose Bilder aus der Unterhaltungswelt, deren Bezug zu wirklichen Verhältnissen unübersichtlich ist. Was ist in diesen Bilderwelten das Wirkliche? Platos Höhlengleichnis spricht von Schatten, Bildern an der Höhlenwand - dies sei die einzige Berührung von Menschen mit den absoluten Ideen. Das Ziel von Aristoteles sind Unterscheidungen zwischen wirklich und unwirklich.
In Fortsetzung der Sendung vom 23.07.1990, in der es um das Projekt Enzyklopädie und den "Gebrauchswert von Wissen" ging, geht es in dieser Sendung um die Attribute der Wirklichkeit.
Die Gewalt, sagt Oskar Negt, hat immer etwas Gespenstisches, Unwirkliches. Das verliert sie auch nicht, wenn sie sich zu einem gesellschaftlichen Gesamtbild vereinigt.