10 vor 11 vom 27.07.1998
Zwischen Königgrätz und Sadowa
Die Schlacht, die Europas Gleichgewicht zerstörte
Vor der ersten Reichseinigung von 1871 war Deutschland machtpolitisch in die Blöcke Österreich und Preußen aufgeteilt. Einheitlich waren Vielfalt, das Nebeneinander unabhängiger Länder, universale Musik, Kultur und Wissenschaft. Wilhelm von Humboldt bemerkte dazu: Ein solches geteiltes Deutschland ist die Voraussetzung für das europäische Gleichgewicht. Jede Vereinigung wird dieses Gleichgewicht zerstören.
Der Entscheidungstag, an dem diese Zerstörung des europäischen Gleichgewichts (für die folgenden 100 Jahre) stattfand, war jene Schlacht, die international die "Schlacht von Sadowa" heißt und in Preußen nach der Ortschaft Königgrätz benannt wurde. Sie wurde durch den Einsatz der Eisenbahn und industrieller Kriegsmittel von Preußen gewonnen. Die durch "Blut und Eisen" hergestellte Reichseinheit destabilisierte den Kontinent.
Dr. Manfred Osten, Generalsekretär der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, berichtet anknüpfend an das Aufsehen erregende Buch des amerikanischen Wissenschaftlers Gordon Craig.
Eine Sendung anläßlich des 100. Todestages Otto von Bismarcks, gestorben am 30.7.1898.