10 vor 11 vom 27.01.1997
Ein Deutscher als Minister in China
Dr. Manfred Osten berichtet
Ein Deutscher Standesherr aus Köln mit Namen Johann Adam Bell von Schall gewann das Vertrauen des Kaisers von China. Während in Europa der 30-jährige Krieg tobte, stieg Bell von Schall auf bis zum Amt des 1. Mandarins, d.h. er war der höchste Minister Chinas. Während seiner Regierung wurden die Ming-Kaiser gestürzt. Reitervölker aus dem Norden, die Mandschu, ergriffen die Macht. Sie beließen den Deutschen im höchsten Amt. Er reformierte den chinesischen Kalender, führte Toleranzedikte ein und soziale Erneuerungen. Aufgrund einer Hofintrige, ausgelöst durch einen chinesischen Astronomen, stürzte er und wurde zum Tod durch Zerstückeln verurteilt. Begnadigt zu bloß 15-facher Erdrosslung, entging er zuletzt der Vernichtung.
Bell von Schall wurde 1592 geboren und starb 1661. Der Generalsekretär der Alexander von Humboldt Stiftung, auch Asienkenner, Dr. Manfred Osten berichtet.