10 vor 11 vom 08.08.1988
"Die letzen 20 Sekunden lügen nie."
Personality Talk Show mit Filmeinschüben. Von Florian Hopf.
Aus Paris ist der zum Umkreis der Cinematique Francaise zählende Regisseur Gerard Courant angereist. Er hat eine Spezialität: Er nimmt mit einer speziell von ihm hergerichteten 8 mm Kamera Portraits auf, und zwar genau in der Länge einer 8 mm-Kassette; 3 Minuten, 20 Sekunden. Niemand in der Welt, behauptet Gérard Courant, vermag seine Mimik über diese Zeitstrecke zu beherrschen.
In München dreht Gérard Courant die 984. - 992. Folge seiner Portraits, die er später in einer langen Nacht der Pariser Oper in einer gemeinsamen Veranstaltung von ihm und der Firma Rochas vor Pariser Publikum vorführen wird. Unter den Abgebildeten finden sich Aragon, J.L. Godard, Volker Schlöndorff, Margarete von Trotta, ein berühmter Komiker u.a.; Godard z.B. pflegt eine "eiserne Miene", er liest nämlich einen deutschen Verleihvertrag für seinen Film, aber in den letzten Sekunden leckt er sich die Lippen und ist eben nicht nur "sachlich".
Florian Hopf hat den Künstler befragt, er liefert ein Portrait dieser Spezialkunst des Portraitierens und setzt die Filmbeispiele in Verbindung mit der Frühzeit der Filmgeschichte, insbesondere dem Werk der Gebrüder Lumière.
Viele Filmbeispiele.