News & Stories vom 17.08.1998

Von der Sprachmelodie wirklicher Menschen

Leos Janáceks geniales Musikdrama JENUFA
Leos Janácek schrieb 9 Opern. Sie sind bis heute in ihrer Bedeutung und Modernität nicht voll erkannt. Die einzige Oper, mit der er zu Weltruhm gelangte, heißt JENUFA ODER IHRE ZIEHTOCHTER. Die Oper beruht auf einem Theaterstück, das wiederum eine wahre Begebenheit in einem Dorf in Mähren schildert. Die Ziehtochter einer ehrgeizigen Frau wird schwanger von einem "leichtsinnigen Hund". Um dem Mädchen eine standesgemäße Heiratschance zu erhalten bringt die Ziehmutter das Neugeborene im Eis eines Gebirgsbaches um. Am Ende heiratet der Stiefbruder des "leichtsinnigen Hundes", der das Mädchen Jenufa immer schon liebte, aber von ihm verschmäht wurde, diese Ziehtochter. Das Interesse des Komponisten Leos Janácek gilt den Rhytmen und den Melodien, die in der Sprache der wirklichen Menschen enthalten sind. Es geht um Anti-Kunst, d.h. den authentischen Ausdruck. Hieraus entwickelt Janácek hinreißende und neuartige musikalische Formen. Eine Zusammenarbeit mit dem Ulmer Theater und den Philharmonikern der Stadt Ulm. Musikalische Leitung: Philippe Jordan. In der Rolle der JENUFA: Angela Denoke. Ansgar Haag erhält für seine Inszenierung am 27. November 1998 im Münchner Prinzregententheater des Bayrischen Theaterpreis 1998.