10 vor 11 vom 19.06.2000

Im Zeichen des Kreises

Portrait des großen Wiener Architekten Gustav Peichl
Gustav Peichl, geboren 1928. Seine Handschrift als Architekt ist unverwechselbar. Er selbst nennt sich einen progressiven Konservativen. Kein Schlagwort der Architekturkritik paßt auf ihn. Zu seinen wichtigsten Werken gehören die Kindertagesstätte im Regierungsviertel Berlin, die Bundeskunsthalle in Bonn, der Große Probenraum des Burgtheaters, die ORF-Landesstudios, der Anbau des Städelmuseums Frankfurt und viele mehr. Bekannt wurden seine Entwürfe für das Theater in Gütersloh, die Zwillingstürme an der Donau in Wien, die Entwürfe für die Expo Austria. Derzeit beendet er den Neubau der Kammerspiele München. Das von Gustav Peichl bevorzugte geometrische Gebilde sind der Kreis und die Kugel. Architektur, sagt er, ist die oberste der Künste. Allen anderen Künsten können die Menschen entgehen, mit der Architektur müssen sie leben.