Atlantropa - letzte Utopie des Abendlandes

"Weltbauen", ein Architektentraum der Moderne

Als Antwort auf die politische Katastrophe von 1918 entwarf der Architekt Herman Sörgel eine gigantische, politisch-technische Architektur: die Vereinigung von Afrika und Europa zu einem Kontinent.


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Als Antwort auf die politische Katastrophe von 1918 und unter dem Eindruck von Oswald Spenglers DER UNTERGANG DES ABENDLANDES entwarf der Architekt Herman Sörgel eine gigantische, politisch-technische Architektur: die Vereingigung von Afrika und Europa zu einem einheitlichen Kontinent durch Absenkung des Mittelmeeres. Wird nämlich der Zufluß aus dem Schwarzen Meer bei Gallipoli durch einen Damm abgesperrt, so läßt sich der Spiegel des Mittelmeers in 120 Jahren um 100 bis 200 m senken. Neues Land entsteht, Elektrizitätswerke an den Dämmen erwirtschaften ungeheure Energien. Über den Engpass Sizilien nach Nordafrika, der nur 66km beträgt, führt eine Brücke. Die Sahara wird bewässert, das Kongobecken bildet ein neues Mittelmeer. Nationen, die eine solche Leistung erbringen, ("Volk ohne Raum nach Süden") führen keine Weltkriege mehr. Große Architekten der Moderne haben diesem Projekt zugearbeitet. Es steht in Zusammenhang mit Bruno Tauts ALPENARCHITEKTUR. Von diesem stammt der Ausdruck "Weltbauen". Dr.-Ing. habil Wolfgang Voigt, Architekt und Stellvertretende Direktor des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt a.M., hat in einer eindrucksvollen Publikation diese großzügigen, utopischen aber nicht unrealistischen Planungen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts protraitiert. Buchhinweis: ATALANTROPA. Weltbauen am Mittelmeer. Ein Architekturtraum der Moderne. Verlag Dölling & Galitz, Hbg. 1998, ISBN 3-933374-05-7, DM 48

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