Die Royal Navy und die Ordnung der Welt

"Sie segelten los, die Schöpfung zu perfektionieren": Prof. Dr. Julia Angster, Universität Mannheim, ist Spezialistin für die Neuere Geschichte Englands. Sie berichtet.


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Die Royal Navy, die unter Nelson bei Aboukir und Trafalgar die Weltgeschichte für England und gegen Napoleon entschied, war kein bloßes Kriegswerkzeug. Sie war, vor allem nachdem sie die Meere beherrschte, auch eine Zivilisations-maschine. Sie beendete den Sklavenhandel. Sie brachte die Erdbeeren erstmals nach Tahiti, transportierte die Brotfrucht, als Nahrung der Sklaven und der Armen, in die Karibik. Viele ihrer Kapitäne befassten sich mit Erderkundung wie der Kapitän Cook, der bei einem dieser Abenteuer tragisch umkam. Die höchste Auszeichnung für einen Kapitän der Royal Navy war es, einen Vortrag vor der Royal Society zu halten, also vor den Wissenschaftlern. Bei der Gründung Griechenlands 1829 kämpfte die Royal Navy gegen die osmanische Flotte, während zur gleichen Zeit griechische Piraten in ihrem Rücken, englische Schiffe ausraubten. So musste die Royal Navy die erste Sanierung des freien Griechenland in Angriff nehmen. Das britische Empire hatte drei ganz verschiedene Epochen. Die mittlere, von 1783 bis 1860, ist die interessanteste. Sie enthält die Geschichte des INFORMAL EMPIRE. Dieses Weltreich beruhte primär auf Warenverkehr, Wissenschaft, Geografie und der Fähigkeit Regeln zu setzen und Wertvorstellungen des eigenen Landes in fremde Köpfe (z.B. von Südseeinsulanern) ohne direkte Gewalt einzupflanzen. Prof. Dr. Julia Angster, Universität Mannheim, ist Spezialistin für die Neuere Geschichte Englands. Sie berichtet. Spannend und informativ.

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