Begegnung mit Anselm Kiefer in seinem Atelier in Croissy-Beauregard

Die Ungeborenen

Anselm Kiefer besitzt in Croissy-Beauregard bei Paris ein riesiges Atelier, eine Fabrikanlage für künstlerisches Schaffen. Alexander Kluge hat den großen Künstler inmitten seiner Entwürfe und Bilder getroffen.


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Der große Künstler Anselm Kiefer besitzt in Croissy-Beauregard bei Paris ein riesiges Atelier, quasi eine Fabrikanlage für künstlerisches Schaffen. Anlass für den Besuch dort und das intensive Gespräch mit ihm ist die Ausstellung mit dem Titel DIE UNGEBORENEN in der Galerie Thaddaeus Ropac in Paris. Das Thema der Ungeborenen („les non-nés“) hat Anselm Kiefer seit seiner Jugendzeit beschäftigt. Ungeborene sind nicht nur die Kinder, die abgetrieben wurden. Es sind auch die „möglichen Kinder“, die nicht gezeugt wurden, aber im Samen zu Milliarden „existieren“. Es sind auch die in der Zukunft Wartenden (die nocht-nicht-Geborenen). Auch in den Dingen gibt es ungeborenes Leben. Auch Sterne und Milchstraßen werden geboren oder bleiben ungeboren im Zustand des Vakuums. Alexander Kluge hat Anselm Kiefer inmitten seiner Entwürfe und Bilder getroffen. Da Anselm Kiefer auch Bücher schreibt, sind sie Kollegen. In dem Gespräch zwischen ihnen geht es außer um die Ungeborenen um Medea und die Argonauten, um die Frauen der Antike und den Futuristen und Dadaisten Welimir Chlebenikow, dem Anselm Kiefer eine Serie seiner Arbeiten widmete. Anselm Kiefer ist nicht nur bildender Künstler, sondern gehört auch zu den führenden Denkern unserer Zeit. Die emotionale Spanne seiner Arbeiten und seiner Gedanken geht aber so weit zurück wie die Evolution reicht. Die Spannung seiner Arbeiten bewegt sich zwischen der Unendlichkeit des Lebens und dem „wahnhaften Wunsch, ungeboren zu sein“ (Paul Celan). Begegnung mit Anselm Kiefer. Spannend und informativ.

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