12 Jahre war es möglich, den 1. Weltkrieg zu vermeiden

Politik ist kein Schicksal

Es wäre bis 1907 möglich gewesen, dass die industriell weit entwickelten Länder, die USA, England und Deutschland, ein politisches Oligopol gebildet hätten. Ein solcher Drei-Mächte-Bund hätte Frieden garantiert


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Der Jahrgang, der 1895 in England von den Elite-Universitäten in die Ämter strömte, dachte anders als die vorangegangenen Generationen, die seit der Wiener Konferenz von 1815 das „europäische Konzert“ betrieben. Auch in Deutschland und in den USA sind neue Leute in die Spitzenstellungen eingerückt. Zwischen England und den USA gibt es 1895 noch den Konflikt in Venezuela und einen weiteren an der Grenze von Kanada und Alaska, die bis zum Krieg führen könnten. Deutschland hätte hier Vermittler werden können. Es wäre bis 1907 möglich gewesen, dass die industriell am weitesten entwickelten Länder, nämlich die USA, England und Deutschland, ein politisches Oligopol gebildet hätten. Ein solcher Drei-Mächte-Bund hätte auf lange Zeit den Frieden in der Welt garantiert. In dieser Konstellation wäre ein 1. Weltkrieg ausgeschlossen gewesen. 12 Jahre später, im Jahr 1907, ist das Bild völlig anders. Deutschland ist zwar nicht „eingekreist“, hat sich aber „selbst ausgekreist“. Starre Bündniskonstellationen und ein rabiates Konkurrieren um Weltgeltung haben den Weg, der zu der Katastrophe von 1914 führt, gebahnt. Diese Epoche nennt man die „Scharnierzeit“, weil die Entwicklung noch offen war. Prof. Dr. Magnus Brechtgen, LMU München, berichtet. Spannend und informativ.

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