Katastrophe auf eingleisiger Strecke

Das Zugunglück von Hordorf

Am 29. Januar 2011 prallte ein Güterzug, gezogen von zwei Lokomotiven, mit der Gewalt von 2750 Tonnen auf den (verglichen damit unscheinbaren) Schienentriebwagen HEX 80876: 10 Tote, 43 Verletzte.


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Am 29. Januar 2011 prallte ein Güterzug, gezogen von zwei Lokomotiven, mit der Gewalt von 2750 Tonnen auf den (verglichen damit unscheinbaren) Schienentrieb-wagen HEX 80876: 10 Tote, 43 Verletzte. Der massive Güterzug zeigte eine merkwürdige Trägheit: die zwei Lokomotiven verminderten ihre Geschwindigkeit durch Notbremsung von 69 auf 68 km/h. Der Triebwagenführer Mike J., der den verspäteten Güterzug auf sich zurasen sah, rettete in den letzten Sekunden seines Lebens zahlreiche Passagiere durch eine rasante Gefahrenbremsung. Das alles geschah bei der abgelegenen Bahnstation Hordorf zwischen Magdeburg und Halberstadt. Die Katastrophe ereignete sich auf einer eingleisigen Strecke, genau vor einem Jahr. Diese Bahnstrecke war einst das Prachtstück der Schnellzuglinie Berlin-Frankfurt/Main: das war vor dem Zweiten Weltkrieg. 1946 montierten die Russen eines der Gleise ab (die Eisenteile lagern noch heute in der Nähe von Minsk). Mit zwei Stunden Verspätung überfuhr der machtvolle Güterzug, beladen mit Kalk, mehrere Haltesignale. Die eingleisige Strecke war das Verhängnis. Es gehört zur Achtung vor den Toten, dass NEWS & STORIES zum Jahrestag des Unglücks die Ereignisse in Erinnerung ruft. Der in Hordorf lebende Kraftfahrzeug-meister Heiko Reese war der zweite Mensch, der in der Totenstille der Unglücksstätte eintraf. Der erste Zeuge am Unglücksort war der Hausmeister des Tempels der Zeugen Jehovas, Iven Ott. Eine Zusammenarbeit mit der Redakteurin der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG Christiane Kohl.

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