Neueste Filme - dctp.tv http://www.dctp.tv/filme/neu.atom 2017-03-23T14:36:11Z All rights reserved schnee von morgen Schreiben als Lebensart http://www.dctp.tv/filme/schreiben-als-lebensart/ 2017-03-23T14:36:11Z 2017-03-23T00:00:00Z dctp.tv Besonders informativ sind Tagebücher, von denen der Autor annahm, dass sie nie veröffentlicht würden. Sie sind intim und authentisch. Besonders informativ sind Tagebücher, von denen der Autor annahm, dass sie nie veröffentlicht würden. Sie sind intim und authentisch. Zugleich enthalten sie bei Menschen, zu deren Leben das Schreiben gehört, Fundstücke literarischer Erzählungen, die keiner Planwirtschaft unterliegen. Oft sind das Texte, die noch besser sind als die in den Romanen veröffentlichten. Schon 1951 ist deutlich, dass Martin Walser sein Leben dem Schreiben widmen wird. Wichtige Zeiten sind das Jahr, in dem Martin Walser, der am Sender Stuttgart für Hörspiele und als Dokumentarfilmer für die unübertroffene Hauptabteilung Dokumentarfilm im beginnenden Fernsehen arbeitet, seine Film über die Republik Polen herstellte. In diesem Jahr wäre Martin Walser beinahe gestorben. Eine Assistenzärztin rettete ihn aus der Klinikfabrik, indem sie dafür sorgte, dass sein Gallenblasenverschluss im letzten Moment operiert wurde. Begegnung mit Martin Walser aus Anlaß seines Buches "Leben und Schreiben: Tagebücher 1951 - 1962". Ein Gespräch über Kernpunkte des poetischen Schreibens und die Erzähltradition der Kelten. SPIEGEL TV Reportage vom 21.03.2017 http://www.dctp.tv/filme/spiegel-tv-reportage-vom-21032017/ 2017-03-23T10:14:09Z 2017-03-22T00:00:00Z dctp.tv Kaum eine Verwarnung ohne Gezeter, kein Bußgeld ohne Diskussion. Die Kölner Fahrrad-Cops brauchen ein dickes Fell - vor allem dann, wenn zum Bußgeld noch Steuerschulden kommen. Bis zu 50 Bußgelder verhängen die Zweier-Teams der Kölner Fahrradpolizei pro Schicht. Nicht immer zur Freude der Bürger, die in der Regel lieber diskutieren als zahlen. Aber Ausreden lassen die Beamten nicht gelten. SPIEGEL TV-Autor Markus Grün hat die Fahrrad-Cops bei ihren Einsätzen begleitet. 140 Jahre Russisches Licht http://www.dctp.tv/filme/140-jahre-russisches-licht-newsstories-21032017/ 2017-03-22T14:50:17Z 2017-03-22T00:00:00Z dctp.tv Das "Russische Licht" von vor 140 Jahren leuchtete in den Großstädten nur kurz. Seine Faszination aber erstreckt sich etwa 20 Jahre länger als die Filmgeschichte. "Russisches Licht" hieß eine mondäne städtische Beleuchtungsart, zuerst in Paris erprobt, die das Gaslicht ablöste. Natascha Drubek nimmt dieses "Licht der Moderne" als Metapher, um die tiefgreifende Beziehung des Lichts in den russischen Ikonen mit dem Licht in den einmaligen russischen Stummfilmen zu vergleichen, die ein Stück Klassik in der Filmgeschichte darstellen. Das gilt nicht nur für die legendären Filme von Eisenstein, Vertow, Pudowkin und anderen Meistern der 20er Jahre, sondern vor allem auch für den Stummfilm der Zeit bis 1917: Filme wie DÄMMERUNG EINER FRAUENSEELE von Jewgeni Bauer. Das "Russische Licht" von vor 140 Jahren leuchtete in den Großstädten nur kurz. Seine Faszination aber erstreckt sich etwa 20 Jahre länger als die Filmgeschichte: heute wäre "Russisches Licht" (in der Gestalt großer Glaskugeln, der Ikonen des Stummfilms) ein Anknüpfungspunkt für jede Erneuerung des Films (der durch Hollywood-Abbildrealismus und die Medien totgequatscht ist). Natascha Drubek über 140 Jahre "Russisches Licht". SPIEGEL TV Magazin vom 19.03.2017 http://www.dctp.tv/filme/spiegel-tv-magazin-vom-19032017/ 2017-03-21T09:59:25Z 2017-03-20T00:00:00Z dctp.tv Berlin-Attentat: Das Leid der Angehörigen; Terrorist Anis Amri: das Versagen der Sicherheitsbehörden; Getöteter Lkw-Fahrer: Die Familie von Lukasz Urban; Champions-League-Besuch: Ermittlungen gegen Haseloff. Moderation: Kay Siering. Dunkle Haut, blaue Augen http://www.dctp.tv/filme/dunkle-haut-blaue-augen-newsstories-14032017/ 2017-03-20T09:56:05Z 2017-03-20T00:00:00Z dctp.tv Alle Menschen außerhalb Afrikas tragen zwei Prozent Gene der Neandertaler in sich, gleich ob Indianer, Japaner oder Europäer. Was ist die Herkunft von uns Europäern? Alle Menschen außerhalb Afrikas tragen zwei Prozent Gene der Neandertaler in sich, gleich ob Indianer, Japaner oder Europäer. Im Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena sind die Forscher in der Lage, alle wesentlichen Bewegungen von Bevölkerungen und Vorfahren in der Welt auf genetischen Landkarten einzutragen. Genauer als durch die Migrationen der Sprache oder durch archäologische Funde zeigen die kleinen Unterschiede in der DNA, welche Bewegungen von Menschengruppen in der Vorgeschichte, in der es noch keine schriftlichen Zeugnisse gab, stattfanden. Was ist die Herkunft von uns Europäern? Alle Europäer kommen aus Afrika. Die frühen Einwanderer der Gattung Homo Sapiens aus Süden und Südosten nach Europa hatten dunkle Hautfarbe, aber blaue Augen. Erst der Sonnenmangel des Nordens, der Hunger nach Vitamin D, das über die Haut aufgenommen wird, gab dem Albino-Typ der „Weißen“ einen evolutionären Vorteil. Das alles geschah vor Äonen bis zu 120.000 Jahren vor unserer Zeit. Um 40.000 vor Christus erfolgte dann ein enormer Zuzug erfahrener Ackerbauer aus den Gebieten, die heute Syrien und Mesopotamien heißen. Die ursprünglichen Jäger und Sammler Europas verschwanden bis auf wenige Prozent. Mit einem Schub berittener Steppenvölker aus dem Osten, an Viehhaltung gewohnt, um 3.000 vor Christus entstand eine weitere genetische Dominanz. Erst in dieser Zeit verbreitet sich die Laktose-Toleranz, sodass wir Milch trinken können. Von der Urbevölkerung Europas tragen wir alle Spuren in uns. Als geschlossene Gruppe sind sie nur noch im Baskenland, bei den Sarden und - durch den Eisschrank der Alpen erhalten - in den Genen Ötzis präsent. Europa, ein großer Kessel an Mischung, Überlagerung und Variation. Das vielleicht macht Europa so zäh und lebendig. Prof. Dr. Johannes Krause, der den Denissow-Menschen in Russland entdeckte, eine dritte Spezies des Menschen neben Homo Sapiens und dem Neandertaler, Direktor der Abteilung Archäogenetik des Max-Planck-Instituts in Jena, über die genetische Herkunft der Europäer. Eine gute Revolution ist nicht unter 800 Jahren zu haben http://www.dctp.tv/filme/eine-gute-revolution-ist-nicht-unter-800-jahren-zu-haben/ 2017-03-17T15:13:41Z 2017-03-17T00:00:00Z dctp.tv Ich war, ich bin, ich werde sein http://www.dctp.tv/filme/ich-war-ich-bin-ich-werde-sein/ 2017-03-17T15:16:41Z 2017-03-17T00:00:00Z dctp.tv Abschied von der Revolution http://www.dctp.tv/filme/abschied-von-der-revolution/ 2017-03-17T15:10:54Z 2017-03-17T00:00:00Z dctp.tv Abschied von der industriellen Revolution http://www.dctp.tv/filme/abschied-von-der-industriellen-revolution/ 2017-03-17T15:11:04Z 2017-03-17T00:00:00Z dctp.tv Die Concierge von Paris http://www.dctp.tv/filme/die-concierge-von-paris-en/ 2017-03-17T15:05:48Z 2017-03-17T00:00:00Z dctp.tv Zeitbedarf der Revolution http://www.dctp.tv/filme/zeitbedarf-der-revolution/ 2017-03-17T15:05:19Z 2017-03-17T00:00:00Z dctp.tv Der Mensch im Ding http://www.dctp.tv/filme/der-mensch-im-ding/ 2017-03-17T15:05:31Z 2017-03-17T00:00:00Z dctp.tv Baustelle Revolution http://www.dctp.tv/filme/baustelle-revolution-newsstories-07032017/ 2017-03-16T10:31:52Z 2017-03-16T00:00:00Z dctp.tv Die Worte Revolution und Evolution bezeichnen die beiden Antipoden der Veränderung. Evolution ist das Gesetz des Lebendigen. Sie plant nicht. Evolution bastelt. Sie braucht gewaltige Mengen an Zeit. Die Worte Revolution und Evolution bezeichnen die beiden Antipoden der Veränderung. Evolution ist das Gesetz des Lebendigen. Sie plant nicht. Evolution bastelt. Sie braucht gewaltige Mengen an Zeit. In dieser Weise schafft sie lang andauernde und riesenhafte Veränderungen. Der Revolution entspricht „umgekehrt“ der abrupte Bruch, die Kategorie der Plötzlichkeit. Revolutionär beginnt eine neue Zeit. In unserem Jahr 2017 gibt es den 100. Jahrestag zum Februar und Oktober 1917, den beiden russischen Revolutionen. 50 Jahre sind es seit dem Sommer 1967, aus dem die Protestbewegungen in Berlin, Frankfurt, Paris und Berkeley hervorgingen. Die Wende von 1989 ereignet sich zeitgleich mit der grausamen Niederschlagung der Rebellion auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking und zugleich im Jubiläumsjahr von 200 Jahren der Großen Französischen Revolution. Der Arabische Frühling führte – erschreckend und enttäuschend – zum Elend von Aleppo. Alle Revolutionen hatten bisher einen unverwechselbaren Charakter. Ihre Erfahrungen sind unaufgearbeitet. Christoph Menke, Inhaber des Lehrstuhls für Praktische Philosophie an der Johann-Wolfgang-Goethe Universität Frankfurt/Main, Repräsentant der 3. Generation der Frankfurter Kritischen Theorie und Fellow im Wissenschaftskolleg zu Berlin zum Thema „Baustelle Revolution“. Es geht um einen archäologischen Grabungsort (für Ruinen aber auch für Neubau). Bisher hat keine Revolution ihre Versprechungen gehalten und dennoch sind Revolutionen die einzige radikale (d.h. die Wurzeln ergreifende) „Kunst des Neuanfangs“. Wie lernt man das „Anfangen anzufangen und fortzusetzen“? Die historische Erfahrung sagt: „Die Revolution beginnt erst am Tag nach der Revolution“, wenn der Zorn durch Dauerhaftigkeit und Arbeit ersetzt werden muss. Nachricht von blinden Fischen http://www.dctp.tv/filme/nachricht-von-blinden-fischen-10vor11-27022017/ 2017-03-22T12:38:23Z 2017-03-15T00:00:00Z dctp.tv Aus unterirdischen Quellen des Zagros-Gebirges im Irak (heute von Kurden autonom verwaltet und verteidigt) traten vor Kurzem blinde, unbekannte Fische hervor. Aus unterirdischen Quellen des Zagros-Gebirges im Irak (heute von Kurden autonom verwaltet und verteidigt) traten vor Kurzem blinde, unbekannte Fische hervor. Sowie sie ins Freie kamen, fielen die viele Tausend Jahre alten Geschöpfe – wehrlos – den Vögeln zum Opfer. Forscher retteten einige Exemplare der bis dahin unbekannten Spezies. Im Meer, in den Flüssen und in den Wassern unter der Erde existieren mehr Fische, mehr Unbekanntes, als wir meinen. Von den großen Wanderungen der Fische weiß man viel. Aber immer noch sind breite Teile dieses Geschehens voller Rätsel. Siegmund Freud schrieb seine Doktorarbeit über den sexuellen Drang der Aale, der diese Tiere aus den Flüssen über den Atlantik in die Karibik und in der nächsten Generation wieder zurück aus der Salzwüste zu den Süßwasserquellen treibt. Menschliche Installationen wie der Suez-Kanal eröffneten im 19. Jahrhundert den Fischen des Indischen Ozeans und des Roten Meers den Weg ins Mittelmeer. Dort besetzen sie fast alle Räume, die vormals die Fische der Antike besiedelten. Der Ichthyologe (Fischforscher) Dr. Jörg Freyhof über Unbekanntes aus dem Reich der Fische. Arbeit ist das halbe Leben http://www.dctp.tv/filme/arbeit-ist-das-halbe-leben-10vor11-20021017/ 2017-03-15T11:32:11Z 2017-03-15T00:00:00Z dctp.tv Heute rufen das Internet der Dinge und die 4.0 Industrie vernetzbarer digitaler Produktion die Frage nach der Zukunft der Arbeit auf den Plan. Zwischen dem Können (der Arbeitskraft) der Menschen und den wechselnden Gestalten der Sklaverei und der Lohnarbeit liegen Welten. Heute rufen das Internet der Dinge und die 4.0 Industrie vernetzbarer digitaler Produktion die Frage nach der Zukunft der Arbeit auf den Plan. Diese Zukunft ist ohne die Geschichte, in der die einzelnen Elemente, aus denen Arbeit besteht, sichtbar werden, nicht zu verstehen. Die Wiener Professorin Andrea Komlosy kommt gerade von einer Konferenz über solche Fragen aus St. Petersburg zurück. Sie hat eine Geschichte der Arbeit geschrieben, die von 1250 bis zur Moderne reicht. Wie Identität und Selbstbewusstsein, auch Emanzipationschancen der Menschen, mit der Institution Arbeit verknüpft sind, wird plastisch, wenn man an das Verschwinden der klassischen Industriewelt in Europa und die Verlagerung kasernierter und entfremdeter Arbeit nach Asien nachdenkt. Calvin versus Luther http://www.dctp.tv/filme/calvin-versus-luther-10vor11-13022017/ 2017-03-15T13:13:18Z 2017-03-15T00:00:00Z dctp.tv Für Calvin ist – wie für Luther – Gott unbestechlich. Über Luther hinausgehend aber geht Calvin davon aus, dass Gottes Gnade willkürlich und im Voraus über die Menschen verteilt ist. Der Genfer Reformator Johannes Calvin, Franzose und ursprünglich Jurist, bildet innerhalb der Protestantischen Bewegung neben der Partei Luthers eine zweite, in Fragen des Abendmahls verschiedene und in der Art der Kirchenzucht von Luther abweichende Partei. Schon vor ihm hatten sich die Gegensätze der Schweizerischen Reformation gegenüber der Wittenberger im Marburger Religionsgespräch als unüberwindbar erwiesen. Für Calvin ist – wie für Luther – Gott unbestechlich. Über Luther hinausgehend aber geht Calvin davon aus, dass Gottes Gnade willkürlich und im Voraus über die Menschen verteilt ist. Eine Ahnung davon, wen er liebt, lässt sich unter Umständen daraus erkennen, dass ein Mensch auf Erden durch Glück oder Vermögen belohnt wird. Die Calvinsche Doktrin und Genfer Kirchenzucht besaß radikale Züge. Es gibt dort Hexenprozesse und die Verurteilung eines Arztes und Theologen zum Feuertod wegen abweichender theologischer Auffassung. Auf der anderen Seite haben sich die Calvinschen Ideen über die Niederlande, über Schottland und die englische Bewegung des Puritanismus in der Welt ausgebreitet und sind mit den Pilgervätern in die U.S.A. eingewandert. Stark modifiziert bilden sie dort ein wesentliches Stück im Selbstbewusstsein der U.S.A.: hohe Moralität und Freiheitsgedanke sind durch Calvins Lehre und Haltung gestützt. Wie eng Reformation und Gegenreformation in ihren Wurzeln miteinander Verbindung hatten, zeigt sich darin, dass Ignazio von Loyola, der Protestant unter den Katholiken und Johannes Calvin, der Orthodoxe unter den Protestanten, gemeinsam an der Universität Paris studierten. Der Historische Theologe Dr. Görge Hasselhoff berichtet. Die Nase des Sokrates http://www.dctp.tv/filme/die-nase-des-sokrates-10vor11-06030217/ 2017-03-15T10:54:50Z 2017-03-15T00:00:00Z dctp.tv Es gibt zwei Skulpturen des Sokrates, die uns Heutigen sein Aussehen einprägen. Die Archäologen sprechen von dem Sokrates Typ A und Typ B. Der Typ B, der später Allgemeingut wurde, ist von dem Typ A geprägt. Es gibt zwei Skulpturen des Sokrates, die uns Heutigen sein Aussehen einprägen. Die Archäologen sprechen von dem Sokrates Typ A und Typ B. Der erste Typus wurde in Form einer Statue zu einem Zeitpunkt nach der Verurteilung zum Tode aufgestellt, als Sokrates in Athen etwa so beliebt war wie die Rote Armee Fraktion bei den Obrigkeiten der Bundesrepublik. Es ist eine Statue des Protestes. Auf sie beziehen sich zwei Stellen in den Dialogen des Plato und den Schriften des Xenophon, die das Aussehen des Sokrates beschreiben. Der Typ B, der später Allgemeingut wurde, ist von dem Typ A geprägt. Entgegengesetzt zu dem in der Antike dominierenden Idol, dass die Schönheit und Wahrheit der Gedanken sich in Schönheit des Körpers und ebenmäßigen Gesichtszügen ausdrückt, sind diese posthumen Bilder des Sokrates den Satyrn nachempfunden: Knubbelnase, Wulstlippen, eigentlich ein hässliches Gnomengesicht. Prof. Dr. Luca Giuliani, Archäologe und Rektor des Wissenschaftskollegs zu Berlin deutet diese Züge als Abbild des Satyrs Marsyas. Dieses Musikgenie trat in Wettbewerb mit dem grausamen Gott Apoll: wer ist der Beste? Schiedsrichter waren die ungerechten Musen, Handlangerinnen des Apoll. Durch Schiedsspruch besiegt wurde dem Marsyas am lebendigen Leib die Haut abgezogen. Offenbar, sagt Luca Giuliani, haben die Anhänger des Sokrates provokativ dieses Abbild geschaffen. Als plastische Kritik an den 500 Richtern, deren Mehrheit ihren klugen Meister, den Herrscher der Dialoge, zu Tode brachte. Die Statue ist eine Regelverletzung aller klassischen Ideale aus Protest. Wir haben kein Bild davon, wie Sokrates wirklich aussah.  Wir wissen nur in welche Form die engsten Jünger den verehrten Meister kleideten. Ein Stück lebendiger Archäologie. „Schönheit hebt ihr hässliches Haupt“ ist ein Zitat aus den LICHTENBERG FIGUREN des New Yorker Dichters Ben Lerner. Die Macht am Mittelmeer http://www.dctp.tv/filme/die-macht-am-mittelmeer-newsstories-28022017/ 2017-03-08T11:31:32Z 2017-03-06T00:00:00Z dctp.tv Das Nachkriegseuropa und die EU basieren auf der Achse zwischen Frankreich und der Bundesrepublik. Das war für Frankreich historisch nicht selbstverständlich. Das Nachkriegseuropa und die EU basieren auf der Achse zwischen Frankreich und der Bundesrepublik. Das war für Frankreich historisch nicht selbstverständlich. Frankreich war immer auch ein mittelmeerisches Land und die Idee einer Mittelmeer-Union eines lateinisch dominierten Mittelmeerreichs war für die französische Tradition stets lebendig: Outremer. Wolf Lepenies, lange Zeit Rektor des Wissenschaftskollegs zu Berlin und Hochschullehrer in Princeton und an Berliner Universitäten, knüpft in seinem Werk DIE MACHT AM MITTELMEER an Fernand Braudels Klassiker LA MEDITERANNEE DANS LE SIECLE DE PHILIP II, das Standardwerk der bekanntesten Historikerschule Frankreichs, der ANNALEN, an. Aus diesem Werk kommt auch die Perspektive der „longue durée“.  Dieser Perspektive folgt die Untersuchung von Wolf Lepenies quer durch das Dickicht wechselnder Aktualitäten. Bei Braudel steht die Seeschlacht von Lepanto im Zentrum, an der sich entschied, ob das Mittelmeer osmanisch oder westlich beherrscht wird. Tatsächlich ist diese Frage nie endgültig entschieden worden, auch wenn die Identität der Mächte wechselte. Noch heute zeigt der Flüchtlingsstrom und der Krisenherd im nahöstlichen Bereich verblüffend, wie löcherig, umstritten und bebengefährdet die Macht am Mittelmeer ist. Das Buch versucht, die Sache mit den Augen Frankreichs zu sehen. Da findet sich Napoleons Zug nach Ägypten. Jahrzehnte später marschieren die Legionäre Napoleons des Dritten in Syrien und Afrika ein. Einen Moment lang scheint es, dass Mittelmeer, Afrika, Frankreich und die Welt der großen Weltausstellungen hier im Süden eine neue Wirklichkeit schaffen. Das geht mit dem preußisch-deutschen Sieg bei Sedan verloren. Aber noch in den Jahren nach 1945 verfolgen Charles de Gaulle und Robert Schuman, der Mitbegründer der Montan-Union, Projekte, die sich auf Afrika, den Nahen Osten und eine Mittelmeer-Union beziehen. Eine Arbeit des politischen Publizisten Alexandre Kojève, von der man nicht weiß, ob sie Charles De Gaulle vorlag und ihn beeinflusste, entwickelt ein plastisches Modell der Mittelmeer-Union als Schwesterprojekt zur E.U.. Als Präsident Sarkozy Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands dieses Projekt neu aufgreifen wollte, wurde es durch deutschen Starrsinn blockiert. Man muss sich, sagt Wolf Lepenies, vorstellen, was die Wirkung einer Mittelmeer-Union, ausgehend von Frankreich, unterstütz von der E.U., gewesen wäre, wenn es sie zum Zeitpunkt des „Arabischen Frühlings“ gegeben hätte. Möglicherweise sähen wir dann heute kein bombardiertes Aleppo. Lateinamerika, bezogen auf die spanische Sprache, steht dem Projekt Latein-Afrika, bezogen auf die Frankophonie, gegenüber. Insofern ist eine Kooperation im Süden und im Nahen Osten in Gefahr aber nicht endgültig verschlossen. Es bedarf einer Abkehr von der politischen Oberflächlichkeit und von der Hybris, mit der Europa vor allem dem Kontinent Afrika begegnet, damit solche heterotopischen Chancen wahrgenommen werden. Begegnung mit Wolf Lepenies und seinem spannenden Werk DIE MACHT AM MITTELMEER. Französische Träume von einem anderen Europa. Schatzkiste Sprache http://www.dctp.tv/filme/schatzkiste-sprache-newsstories21022017/ 2017-03-03T15:10:39Z 2017-03-03T00:00:00Z dctp.tv Es gibt etwa 6.000 Sprachen auf der Erde. Einige gehören zu großen Sprachfamilien und deren Verzweigungen. Andere sind einzigartig und erscheinen wie Inseln. Es gibt etwa 6.000 Sprachen auf der Erde. Einige gehören zu großen Sprachfamilien und deren Verzweigungen. Andere sind einzigartig und erscheinen wie Inseln. Alle Sprachen aber, unabhängig vom historischen Entwicklungsstand ihrer Sprecher, besitzen eine vergleichbare Komplexität. Der Reichtum einer Sprache kann im Wortschatz liegen, in der Grammatik oder in der Phonetik. Es gibt Sprachen, die eine uns Europäern völlig unbekannte Verschiedenheit von Lauten besitzen. Das „Alphabet“ einer Sprache kann aus 160 Konsonanten bestehen, ungerechnet die Vokale. In anderen Sprachen ist die <em>grammatische</em> Flexibilität besonders entfaltet. So gibt es im Griechischen der Antike den Modus des Optativs, der Wunschform, den wir im heutigen Europa nur umschreiben könnten: eine Grammatik der Utopie. Und im Baskischen gibt es für den Modus der Arbeit den ERGATIV, eine eigene grammatische Form, in der der Sprecher seine übrigen Tätigkeiten von der ernster Arbeit absetzt. Die meisten Sprachen auf engstem Raum existieren in den abgeschotteten Tälern von Neu-Guinea: über 1.000. Die meisten Sprachen auf weitem Raum findet man auf dem afrikanischen Kontinent. Die menschliche Sprache entstand ursprünglich in Afrika. Wenig bekannt ist, dass die meisten Afrikaner dreisprachig leben: sie sprechen ihren Heimatdialekt, eine der afrikanischen Verkehrssprachen wie Suaheli und die Kolonialsprache. Was die Kolonialsprache betrifft, kann man für Westafrika von Latein-Afrika sprechen. Um den letzten Sprecher einer aussterbenden Sprache, manchmal sind das drei oder auch nur eine Person, versammeln sich Sprachscouts von den besten Universitäten der Welt. Sie suchen den verwehenden Schatz noch rechtzeitig zu bergen. Permanent entstehen auch neue Sprachen. Nach Isolierung von einer ursprünglichen Sprachgemeinschaft braucht es etwa 500 Jahre, dass eine neue Sprache sich abgrenzt und stabilisiert. Die zwei Bände, die der Mathematiker und Sprachforscher Prof. Dr. Ernst Kausen den Sprachfamilien der Welt gewidmet hat, sind gemeinsam so dick wie vier Backsteine. Kausen sammelt den Reichtum der Sprachen wie die Brüder Grimm Märchen sammelten. Ich hasse mich, wenn ich lüge http://www.dctp.tv/filme/ich-hasse-mich-wenn-ich-luege-newsstories-14022017/ 2017-03-09T15:56:51Z 2017-03-03T00:00:00Z dctp.tv Portrait des Kameramanns und Filmemachers Thomas Mauch aus Anlass seines 80. Geburtstags im April 2017. Die Lebenszeit des Kameramannes und Filmemachers Thomas Mauch deckt zwei Drittel der Filmgeschichte ab: so jung ist der Film. Thomas Mauch war Kameramann von Werner Herzog, Edgar Reitz, Werner Schroeter und vielen anderen Regisseuren des Jungen Deutschen Films. Seine eigenen Arbeiten bilden ein unverwechselbares Werk. Kameramänner wie Michael Ballhaus und Thomas Mauch sind für die Filme ihrer Ära genauso wichtig wie die Regisseure, die üblicherweise in Zusammenhang mit berühmten Filmen genannt werden. Das Auge der Kamera ist unbestechlich und korrigiert immer wieder das menschliche Auge, das keine Brennweiten kennt und je nach Phantasie die Bilder, die es sieht, verändert. Noch unbestechlicher als die zahlreichen Optiken der elektronischen und der traditionellen Kameras ist aber das Auge jener Künstler, die die Kamera beherrschen. Wie Goya sagen sie: „Io lo vi“, „das habe ich gesehen“. Portrait des Kameramanns und Filmemachers Thomas Mauch aus Anlass seines 80. Geburtstags im April 2017. Unbekanntes vom INTERNET DER DINGE http://www.dctp.tv/filme/unbekanntes-vom-internet-der-dinge-newsstories-07022017/ 2017-02-24T14:38:26Z 2017-02-24T00:00:00Z dctp.tv Die Physik gründet sich auf die Natur. Die Ingenieure der herkömmlichen Industrie, die sich auf solche Physik stützen, bauen Maschinen. Die Informatik besitzt keine vergleichbare Grundlage. Die Physik gründet sich auf die Natur. Die Ingenieure der herkömmlichen Industrie, die sich auf solche Physik stützen, bauen Maschinen. Die Informatik besitzt keine vergleichbare Grundlage. Ihre Basis ist die Logik. Die kann man nicht anfassen. In unserer Zeit stoßen diese beiden Welten mit Energie aufeinander. Die interessantesten Probleme unserer Zeit sind die, die an der Nahtstelle zwischen Physik und Informatik zu unserer Überraschung immer neu auftreten. Ein ganzes Konzentrat solcher offenen Fragen bezieht sich auf das INTERNET DER DINGE: Fabriken, Informationssysteme, Robotik, aber auch die hochinformativen Wechselwirkungen zwischen Menschen und Netzwerken beginnen sich selbst zu organisieren. Das hat zwei Seiten. Der führende Informatiker Manfred Broy ist Mitglied des Board of Directors des Center for Digital Technology and Management (CDTM), eine gemeinsame wissenschaftliche Einrichtung von TU München und LMU München. Er führt ein in die spannende Begriffswelt des Internets der Dinge, die sich auf unsere Lebenswelt so konkret auszuwirken beginnt. Die Geschichte vom Zorn http://www.dctp.tv/filme/die-geschichte-vom-zorn-newsstories-vom-31012017/ 2017-03-14T10:05:19Z 2017-02-22T00:00:00Z dctp.tv Im ältesten Epos Europas, Homers ILIAS, geht es um den Zorn des Helder Achill. Beleidigt von Agamemnon, dem Heerführer der Griechen, zieht sich Achill in Stummheit zurück. Im ältesten Epos Europas, Homers ILIAS, geht es um den Zorn des Helden Achill. Beleidigt von Agamemnon, dem Heerführer der Griechen, zieht sich Achill in Stummheit zurück. Die Trojaner dringen unaufhaltsam vor bis zu den Schiffen der Griechen. Patroklos, der beste Freund Achills, lässt sich die Rüstung des Helden anlegen und rennt gegen die Trojaner an. Er ist aber kein Held wie Achill und muss sterben. Daraufhin wendet sich der Zorn des Achill lodernd gegen den trojanischen Helden Hektor, der Patroklos tötete. Als Hektor, bereits verwundet, um die Vereinbarung bittet, dass der Sieger den Besiegten als Leiche nicht schändet, antwortet Achill, dass sein Zorn keine Verhandlungen zulasse. Er gebraucht das Wort „Hund“ für Hektor. Er droht dem Unterlegenen damit, ihn wie ein Kannibale zu verschlingen. Die ILIAS endet damit, dass der Vater des Hektor, König Priamos von Troja, bittflehend zu Achill kommt, um den Leichnam Hektors (den zuvor Achill hinter seinen Streitwagen gebunden und um die Stadt geschleift hat) Heim zu holen. Auf Vasenbildern ist die Szene in einer Weise dargestellt, die den Text Homers präzisiert. Achill tafelt. Ein großes Schlachtermesser in seiner Hand. Der tote Hektor liegt unter dem Tisch, dort wo sonst die Hunde liegen. Die grausame, kannibalische Haltung, die der helle Zorn Achill aufzwingt, tritt in den Bildern schärfer und zugleich anders als in den Versen des Epos vor das Auge des Betrachters. An diesem und anderen Beispielen erläutert der Klassische Archäologe und Rektor des Wissenschaftskollegs zu Berlin, Prof. Dr. Luca Giuliani, die besondere Ausdruckskraft antiker Bilder und ihre scharfe Reibung mit den Texten. Das Bild wird erst wahrhaft plastisch durch den Vergleich von Text und Bild und vor allem durch das Übereinanderlegen der verschiedenen Bilddarstellungen. Das Projekt Wild-Ost http://www.dctp.tv/filme/das-projekt-wild-ost-10vor11-0602017/ 2017-02-21T09:56:39Z 2017-02-21T00:00:00Z dctp.tv Japan erwachte Mitte des 19. Jh. aus dem Mittelalter. Mit der Meiji-Dynastie begann eine rasante Industrialisierung. So ausgerüstet besiegte Japan dann 1904/5 das Russische Zarenreich vernichtend. Japan erwachte Mitte des 19. Jh. aus dem Mittelalter. Mit der Meiji-Dynastie begann eine rasante Industrialisierung. So ausgerüstet besiegte Japan dann 1904/5 das Russische Zarenreich vernichtend. Über 100 Jahre lang rivalisierten offen und geheim Japan und Russland um die Beherrschung Sibiriens. Die Bodenschätze: verlockend. Die gegenseitigen Machtmittel 1904, 1918, 1941 und 1945: äußerst verschieden. Der russische Komponist Rimski-Korsakoff schrieb eine parodistische Oper über den japanisch-russischen Konflikt: ein Zar verliebt sich in eine grausame, aber jugendschöne Königin aus dem Fernen Osten. Die Oper DER GOLDENE HAHN, die ein Märchen von Alexander Puschkin wiedergibt, wurde von der Zensur in Russland verboten und hat prophetische Aussagekraft: der Zar verliert Thron und Leben. Die Japanologin Dr. Tatiana Linkhoeva berichtet über diese Oper, den Kampf um Sibirien und die russischen und japanischen Hoffnungen, die sich beide nicht erfüllten. Der Autor als Anwalt der Zukunft http://www.dctp.tv/filme/der-autor-als-anwalt-der-zukunft-10vor11-30012017/ 2017-02-22T14:23:35Z 2017-02-17T00:00:00Z dctp.tv Das Genre des kommerziellen Science-Fiction-Romans erfindet Welten, in die die Phantasie auswandern kann: Exodus aus Wirklichkeit und Gegenwart. Der Literaturwissenschaftler Dr. Bernd Flessner berichtet. Das Genre des kommerziellen Science-Fiction-Romans erfindet Welten, in die die Phantasie auswandern kann: Exodus aus Wirklichkeit und Gegenwart. Die großen Poeten dagegen, wenn sie sich mit Zukunft befassen, spiegeln die Gegenwart, indem sie von zukünftigen Verhältnissen berichten. Großmeister in dieser authentischen Form des Zukunftsromans ist der polnische Dichter Stanislaw Lém. Über die Gegenwart Polens darf er (wegen der Zensur) nicht viel erzählen. Also hat er die wohl besten Science-Fiction-Romane der Welt geschrieben. Zum Beispiel SOLARIS, die Geschichte einer Sonne, die ein Lebewesen ist oder die vielen Geschichten vom Raumpilot Pirx. Ganz anders in der Formulierung, aber parallel in der Authentizität des Poetischen: Arno Schmidt. Seine Gelehrten auf dem Mond und der Held seines Romans SCHWARZE SPIEGEL, der die Katastrophe des Kalten Kriegs überlebte, gehören zu den Meisterwerken des phantastischen Realismus. Der Literaturwissenschaftler Dr. Bernd Flessner berichtet. Das Mädchen mit dem Kavalier im Kopf http://www.dctp.tv/filme/das-maedchen-mit-dem-kavalier-im-kopf-10vor11-23012017/ 2017-02-17T11:45:42Z 2017-02-17T00:00:00Z dctp.tv Die Handlung der letzten Oper des Genies Vincenzo Bellini, bevor er im Alter von 34 Jahren starb, spielt in England in der Zeit der Puritaner. Die Handlung der letzten Oper des Genies Vincenzo Bellini, bevor er im Alter von 34 Jahren starb, spielt in England in der Zeit der Puritaner. Die Puritaner sind eine religiös-sektiererische Massenbewegung, die so viel Macht hatte, zwei Königen das Haupt abzuschlagen: gegen alle Sinnlichkeit eingestellt, fanatisch, in erotischer Hinsicht grau. Ein junges Mädchen aus solchem puritanischen Vaterhaus liest gern Romane, wie sie später Sir Walter Scott und Alexandre Dumas im romantischen Zeitalter, dem Bellinis, dichteten. Sie träumt von Helden wie den Drei Musketieren und von einem prachtvollen, königstreuen Kavalier. Überraschend wird sie mit einem solchen Helden verlobt. Dann aber muss sie glauben, ihr Liebster habe sie verlassen. Er ist tatsächlich königstreu und mit der Rettung der Königinwitwe beschäftigt und von der Bildfläche verschwunden. Das junge Mädchen verfällt in Wahnsinn. Die Oper Bellinis ist mit den wohl schönsten Melodien Italiens ausgestattet. Mit Hilfe solcher Musik siegt am Ende die Liebe. Die in Chor-Ensemble-Szenen dicht integrierten Melodien führt die liebenden Träumer - gegen alle Wahrscheinlichkeiten des Lebens - sicher durch alle Verletzungen und Gefahren ihrer unerbittlichen Zeit. Die tragische Pointe der hinreißenden Stuttgarter Inszenierung liegt darin, dass zuletzt das Mädchen und ihr Kavalier selber im grauen Kleid der Puritaner im Kreise der Gemeinde einher marschieren. In der Rolle des Mädchens: der einzigartige Sopran Ana Durlovski. Regie: Jossi Wieler und Sergio Morabito. Musikalische Leitung: Giuliano Carella, Manlio Benzi.