Neueste Filme - dctp.tv http://www.dctp.tv/filme/neu.atom 2017-10-23T14:11:52Z All rights reserved schnee von morgen SPIEGEL TV Magazin vom 22.10.2017 http://www.dctp.tv/filme/spiegel-tv-magazin-vom-22102017/ 2017-10-23T14:11:52Z 2017-10-23T00:00:00Z dctp.tv AfD im Bundestag / Türkische Callcenter-Mafia / Schlacht um Rakka / Jan G. vor Gericht Gekommen, um zu bleiben - AfD-Abgeordnete im Bundestag / Getarnt als Stromanbieter - die Tricks der türkischen Callcenter-Mafia / Schlacht um Rakka - Kriegsreporter Gabriel Chaim berichtet / Dreifach-Mörder - Jan G. vor Gericht Wieviel Krisen verträgt die Welt http://www.dctp.tv/filme/wieviel-krisen-vertragt-die-welt-kurz/ 2017-10-17T17:05:39Z 2017-10-17T00:00:00Z dctp.tv Auf der Münchner Sicherheitskonferenz versammeln sich jährlich die für die Sicherheit in der Welt verantwortlichen Politiker, Militärs & Experten. Im Gespräch mit Sebastian Kurz. Es brennt im Dach des europäischen Hauses http://www.dctp.tv/filme/es-brennt-im-dach-kurz/ 2017-10-17T17:05:43Z 2017-10-17T00:00:00Z dctp.tv Ein Interview mit Sebastian Kurz auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2015 über aktuelle Krisenherde, Beweggründe europäischer IS-Kämpfer und die Möglichkeit eines Nato-Beitritts der Ukraine. Mathematik der sinnlichen Kraft http://www.dctp.tv/filme/mathematik-der-sinnlichen-kraft-10vor11-02102017/ 2017-10-12T13:40:04Z 2017-10-12T00:00:00Z dctp.tv Man spricht von den fünf Sinnen eines Menschen. Tatsächlich sind es viel mehr sinnliche Kräfte an der Arbeit, wenn wir uns bewegen, das Gleichgewicht halten und unsere Lebendigkeit ausüben. Man spricht von den fünf Sinnen eines Menschen. Tatsächlich sind es viel mehr sinnliche Kräfte an der Arbeit, wenn wir uns bewegen, das Gleichgewicht halten und unsere Lebendigkeit ausüben. Die Evolution zeigt sich als eine Wunderkammer verblüffender Kooperationen zwischen den sinnlichen Fähigkeiten der Lebewesen. Der Wüstenskorpion ist z. B. ein sinnlicher Mathematiker seiner Sinneskräfte. Im trocknen Sand, der sich in der Wüste wie eine Wasserfläche verhält, referieren winzige Härchen an den acht Beinen des Tiers den genauen Ort und den Weg einer Beute. Über vier Lebensjahre verfügt dieser Skorpion. Als Nahrung braucht er pro Jahr eine fette Motte. Also viermal Beutemachen im Leben. Dafür besitzt das blinde Tier staunenswerte Präzisionswerkzeuge der Ortung. Ganz anders die Schleier-Eule. Die Ernährung ihrer Jungen und des Weibchens fordert von dem nächtlich jagenden männlichen Tier, dass es alle zehn Minuten eine Maus fängt und zum Nest bringt. Die Koordination des Ohrs der Schleier-Eule weist dafür eine extrem genaue Winkelgenauigkeit auf. Es ist merkwürdig, dass diese Treffsicherheit des Ohrs auch zu den Eigenschaften von uns Menschen gehört. Für Krokodile und Vögel wäre der Abstand zwischen den Ohren zur genauen Orientierung im Raum unzureichend. Die Natur hat bei ihnen daher eine Direktkommunikation der Ohren durch einen Tunnel oder „Konzertsaal“ im Kopf erfunden. Der Bio-Physiker Prof. Dr. Leo van Hemmen untersucht die feinabgestimmte biologische Basis in der die Neuronen in extrem kurzer Zeit und mikrostrukturell im Gehirn diese Mathematik der sinnlichen Kraft ausüben. Die sinnlichen Kräfte erweisen sich in ihrer Praxis als erfahrene Mathematiker. Wir Menschen in der Zivilisation machen von unseren sinnlichen Fähigkeiten nur teilweise Gebrauch. Was wir dabei nicht verlernt haben ist das Lernen selbst: Die Plastizität des Gehirns. Fahrradfahren oder Schwimmen lernen bleiben hochkomplexe, kooperative Aktionen zwischen den Sinnen. Das Belohnungssystem beim Lernen liegt, sagt Leo van Hemmen, darin, dass die Sinne von sich aus ein Vergnügen daran haben, zusammenzuwirken: Wenn ihnen etwas Ganzes gelingt. Die Belohnungen, die wir verstehen, und die tatsächlichen (offenbar auf anderer Ebene ebenfalls lustvollen) Vorgänge auf der Mikroebene zwischen den Neuronen und Synapsen sind dabei zwei verschiedene Welten. Alles dies wird biophysikalisch durch einen imposanten Aufwand an Mathematik regiert, von dem unser Verstand nur wenig wahrnimmt. Begegnung mit dem Bio-Physiker Leo van Hemmen. Wie beginnt eine Revolution? http://www.dctp.tv/filme/wie-beginnt-eine-revolution-10vor11-25092017/ 2017-10-12T13:39:45Z 2017-10-12T00:00:00Z dctp.tv In welchen historischen Momenten Revolutionen beginnen, ist nach wie vor unerforschtes Gebiet. Die frühen Revolutionäre wie Georg Weerth hielten den Streik für den Anfang des modernen Widerstands. Der Dichter und Kritiker Ludwig Tieck beobachtete in London hungrige Proletarier, die er mit Wölfen verglich. Sie strichen durch die nächtlichen Ladenstraßen der Stadt, nur durch dünne Ladenfenster von den üppigen Delikatessen getrennt, die ihren Hunger gestillt hätten. Tieck wunderte sich, dass das dünne Glas, das ein einziger Stein hätte zerstören können, diese Menschen abhielt, die gesellschaftliche Ordnung zu brechen. Es muss eine Mauer in ihnen geben, die sie vom Übergriff abhält. In welchen historischen Momenten Revolutionen beginnen, ist nach wie vor unerforschtes Gebiet. Die frühen Revolutionäre wie Georg Weerth hielten den Streik für den Anfang des modernen Widerstands. Später galten Barrikadenkämpfe als Auslöser für den Umbruch. Was ist das revolutionäre Subjekt? Die Vorgänger der kommunistischen Partei, jene Gruppe von Wilhelm Weitling, für die Karl Marx und Friedrich Engels das Kommunistische Manifest schrieben, nannte sich „Bund der Gerechten“. Für die frühen Revolutionäre war die Frage wichtig: „Nehmen wir an, die Revolution würde heute stattfinden, wie geht es morgen weiter?“ Der Historiker Dr. Patrick Eiden-Offe, Zentrum für Literatur-und-Kulturforschung Berlin, über das revolutionäre Subjekt und die Frage: wie beginnt eine Revolution? Pfeile, die ins Auge treffen http://www.dctp.tv/filme/pfeile-die-ins-auge-treffen-10vor11-04092017/ 2017-10-11T13:57:24Z 2017-10-10T00:00:00Z dctp.tv Anja Harteros und Klaus Florian Vogt als Elisabeth und Tannhäuser in stimmlicher Hochform. Eine Glanzleistung der Ära Bachler. Wagners frühe Große Oper TANNHÄUSER enthält bereits alle Elemente, die ihn in seinen späteren Werken beschäftigten: seelischen Zwiespalt, ketzerische Abgründe, Buddhismus, Fluch und Erlösung. Trotzdem war Richard Wagner mit seinem Werk, das er mehrfach umarbeitete, nie zufrieden. Unmittelbar vor seinem Tode äußerte er: „Ich schulde der Welt noch einen TANNHÄUSER“. Gerade eine solche Baustelle, ein Rohbau, enthält für uns im 21. Jahrhundert offenes Material, in dem sich spannende Fundstücke finden. Der Regisseur Romeo Castellucci hat an der Bayerischen Staatsoper dem TANNHÄUSER eine überraschende neue Deutung gegeben. In seiner Inszenierung sind Raum und Zeit ebenso wichtig wie die handelnden Personen. Es geht ihm um die Anfänge der Menschheit. Eine Welt 40.000 Jahre vor Christus, mit der „Venus von Willendorf“, trifft auf eine mittelalterliche Adelsgesellschaft, die ihre Brutalität im Gewande der Kunst vorführt. „Worte sind wie Waffen.“ Die Minnesänger und Ritter sind in dieser Inszenierung zugleich Künstler, Kopfjäger und Bluttäter. Tannhäuser wird mit dem Blut eines erlegten Hirschen für die Aufnahme in die Gruppe getauft. Mit gleicher Gewalt wird er dann beim ersten freien Wort aus dem Kreis der Zivilisierten vertrieben. „Erst als Sternenstaub finden die Liebenden, Tannhäuser und Elisabeth, zueinander.“ Eine zentrale Rolle spielen in der Oper die Pfeile, von jungfräulichen Amazonen geschossen. Die Pfeile treffen Auge und Ohr zielgenau. Aber – wie in der Paradoxie des antiken Philosophen Xenon – bleiben sie auch zwischen Schützinnen und Ziel in der Luft bewegungslos stehen. „Ein Weg, der seine Richtung ganz verloren hat.“ Anja Harteros und Klaus Florian Vogt als Elisabeth und Tannhäuser in stimmlicher Hochform. Eine Glanzleistung der Ära Bachler. Der Ruf nach dem starken Mann http://www.dctp.tv/filme/der-ruf-nach-dem-starken-mann-10vor11-11092017/ 2017-10-09T17:07:27Z 2017-10-09T00:00:00Z dctp.tv Das Charisma großer Männer beruht auf dem Wunsch einer Millionenzahl von Menschen nach einem starken Mann. Am Anfang der Erscheinung eines sogenannten „großen Mannes“ in steht fast immer eine Inszenierung. Das Charisma großer Männer beruht auf dem Wunsch einer Millionenzahl von Menschen, die sich einen starken Mann wünschen. Am Anfang der Erscheinung eines sogenannten „großen Mannes“ in der Geschichte steht in der Praxis fast immer eine Inszenierung. Wie in einem Theaterstück wird die Größe aufgebaut. Der Historiker Michael Gamper zeigt dies an Beispielen heutiger Politiker, auch von Donald Trump. Aber auch schon an der Geschichte des Aufstiegs von Napoleon Bonaparte. Der Revolutionär und Maler Jean Louis David und das exotische Kolorit der Expedition nach Ägypten sind für das Bild des starken Mannes ebenso wichtig wie die Siegessonne von Austerlitz, die als Straßenname und Phantasiestück einen Teil der Macht Napoleons ausmachte. Nicht seine Soldaten bloß, sondern der Ruf nach dem starken Mann, macht ihn – auf Zeit – zu einem Machtfaktor. Spannend und informativ. Storytelling http://www.dctp.tv/filme/storytelling-10vor11-18092017/ 2017-10-09T17:07:57Z 2017-10-09T00:00:00Z dctp.tv Im Erzählen verbinden sich die Tatsachen und Realitäten mit den Gefühlen und Wünschen. Menschen tauschen dabei nicht nur Informationen aus, sondern verbringen miteinander ein Stück Lebenszeit. Seit die Menschen das Feuer erfanden, haben sie sich auch miteinander niedergesetzt und angefangen zu erzählen. Im Erzählen verbinden sich die Tatsachen und Realitäten mit den Gefühlen und Wünschen. Menschen tauschen dabei nicht nur Informationen aus, sondern verbringen miteinander ein Stück Lebenszeit. Die Traditionen des Geschichtenerzählens sind uralt. Zu den Geheimnissen des Geschichtenerzählens zählt vor allem die sogenannte „Heldenreise“. Wie stieg die bewunderte Heldin oder der Held auf? Wie kam es zu seinem Sturz oder Tod? Was war mit den Gefährten, die sie schützten, warnten, ihnen den Rücken freihielten? Wohin überhaupt ging die Reise? Solche Geschichten erzählen nicht nur die Religionen und die Epen Homers. Sie sind vielmehr in jeder Gegenwart präsent. Die Filme von George Lukas bringen solche uralten und doch immer neuen Geschichten in einen „gefühlten Zusammenhang“. Der Medienberater Uwe Walter liebt und beherrscht diese Kunst des Storytelling in hohem Maße. Sie gilt für Literatur, Wissenschaft, Alltag und Krisenzeiten gleicherweise. Unser menschliches Gehirn, sagt Uwe Walter, ist eine „aggressive Sinn-Such-Maschine“. Scheinbar lässt sie sich mit bloßer Information füttern. Dieses Gehirn steckt aber im Körper. Und der gehört dem ganzen Menschen. Und diesem geht es immer auch um ein „inneres Feuer“. Die Seele, das stellt Uwe Walter in den Mittelpunkt, ist nicht linear. „Die Seele sucht sich ihren Weg wie ein Fluss.“ Medien tun gut daran, wenn sie in ihrer Erzählung sich auf diese menschliche Bedingung einlassen. Begegnung mit Uwe Walter. Spannend und informativ. Kriegsspiele http://www.dctp.tv/filme/kriegsspiele-10vor11-28082017/ 2017-09-20T15:21:54Z 2017-09-20T00:00:00Z dctp.tv Mit der Möglichkeit und der Durchführung von Kriegen befassen sich viele Planer. Die erfahrensten unter ihnen machen das indem sie sogenannte „Kriegsspiele“ veranstalten. Mit der Möglichkeit und der Durchführung von Kriegen befassen sich viele Planer. Die erfahrensten unter ihnen machen das indem sie sogenannte „Kriegsspiele“ – heute elektronische Simulationen des gedachten Kriegs – veranstalten. Meist raten diese Spiele davon ab, den Krieg anzufangen. So können sie Blut sparen. Kriege sind in allen ihren Elementen unberechenbar. Die Kriegsspiele sind das „Theater“, in dem dieses Unberechenbare probeweise aufgeführt wird. Im Englischen heißt der Kriegsschauplatz deshalb „war theatre“. Der Spieletheoretiker und Mathematiker Philipp von Hilgers berichtet. Die Oper der riskanten Verkleidung http://www.dctp.tv/filme/die-oper-der-riskanten-verkleidung-10vor11-21082017/ 2017-09-14T14:34:26Z 2017-09-14T00:00:00Z dctp.tv Steckt das Schicksal, der Tod und die Liebe in den Kleidern oder eher in den Herzen der Menschen? Händel antwortet wirksam darauf, indem er zeigt, dass in den Verkleidungen der Teufel im Detail wohnt. Die letzte Oper, die Händels Gesamtwerk abschloss, stützt sich auf eine Episode aus Ariosts RASENDEM ROLAND. Es geht um eine sonst in der Opernliteratur nicht bekannte Handlung: um Menschen und ihre Kleider. Steckt das Schicksal, der Tod und die Liebe in den Kleidern oder eher in den Herzen der Menschen? Der große Musiker Händel antwortet wirksam darauf, indem er zeigt, dass in den Verkleidungen der Teufel im Detail wohnt. Die Staatsoper Stuttgart hat in der Inszenierung von Jossi Wieler und Sergio Morabito aus der Barockoper eine hochaktuelle „comedia umana“ gemacht. Die Regisseure verbinden Händels Oper mit der Kritik, die der Aufklärer Jean Jaques Rousseau an Opern, Theater, Kostümen und Verkleidungen überhaupt übte („unnatürlich“). Ein König von Schottland hat eine Tochter. Sie liebt den Helden Ariodante und er liebt sie. Dem „bösen Mann“ im Stück, einem Herzog, gelingt es, die Dienerin der Königstochter in deren Kleider zu stecken und sowohl sie wie die Königstochter zu kompromittieren. Nach schottischem Gesetzt muss jetzt der König seine Tochter, die ihre Ehre verlor, töten. Eine epochale Leistung der Staatsoper Stuttgart. Ein musikalisch und in dieser Inszenierung auch inhaltlich substantielles Letztwerk Händels. Mit der fulminanten Sängerin Ana Durlovski als Königstochter Ginevra. Russland und die Deutschen http://www.dctp.tv/filme/russland-und-die-deutschen-10vor11-14082017/ 2017-09-14T14:10:43Z 2017-09-14T00:00:00Z dctp.tv Die Geschichte Russlands und Deutschlands in den vergangenen 300 Jahren kennt Zeiten großer Faszination aber auch Zeiten erbitterter Feindschaft. Die Geschichte Russlands und Deutschlands in den vergangenen 300 Jahren kennt Zeiten großer Faszination aber auch Zeiten erbitterter Feindschaft. Die Zarin Katarina die Große war eine deutsche Prinzessin aus dem Hause Anhalt-Zerbst. Die Zarin holte die besten Gelehrten Deutschlands und der Schweiz an ihre Petersburger Akademie. Ihr Sohn Alexander war es dann, in dessen Dienst sich die Elite des preußischen Militärs nach der Niederlage Preußens begab und der Europa von Napoleon befreite. Wenige Beziehungen zwischen Nationen waren so wechselhaft wie die zwischen Russland und Deutschland. Ende des 19. Jahrhunderts ist die Faszination, die von der russischen Dichtung, z.B. von Dostojewski, ausging, unbeschreiblich. Parallel zu diesem Auf und Ab der wechselseitigen Beziehungen kann man sehen, wie Alexander von Humboldt den Ural und das Innere Russlands erkundet und den Reichtum an Smaragden und Diamanten als Erster entdeckt. Neben den aggressiven Begegnungen wie sie im Zweiten Weltkrieg stattfanden gibt es eine faszinierende Hinwendung zum Geheimnis der russischen Weiten, geografisch, ökonomisch und spirituell, von deutscher Seite. Katja Gloger, Publizistin beim STERN, beschreibt diese Suche nach dem „russischen Geheimnis“ in ihrem neuesten Buch. Gegenbilder http://www.dctp.tv/filme/gegenbilder-10vor11-07082017/ 2017-09-13T10:38:22Z 2017-09-13T00:00:00Z dctp.tv Wenn Besucher in den Museen seine Bilder betrachten, sehen sie dem schemenhaften Verblassen öffentlicher Bilder zu. Das ist das Gegenteil von etwas Statischem. Man sieht Trümmer aus einer Ruine in Aleppo. Auf einem anderen der neuen Bilder von Thomas Demand sieht man eine Geigenbau-Werkstatt. Sie steht in auffälligem Gegensatz zu den Algorithmen der digitalisierten Welt, wie sie von Silicon Valley ausgehen. In zwei anderen Werken Thomas Demands geht es um Filme. Einer dieser Filme heißt „Pacific Sun“. Das ist der Name eines im Taifun havarierenden Luxusdampfers. Die Wellenbewegungen der Katastrophe sind im präzisen Hin und Her der im Raum schwankenden Gegenstände wiedergegeben. Keine Menschen im Bild. Die Bilder Thomas Demands besitzen eine faszinierende Sogwirkung. Oft wählt er Pressefotos als Motiv, Fotos die ein Millionenpublikum bewegten. Solche Fotos sind keine bloßen Abbilder, sondern sie tragen die Erinnerungen von Millionen Menschen in sich. Thomas Demand baut in Papier solche Fotos nach, fotografiert sie im Detail. So entsteht eine zweite Realität, einer Anti-Realität. Wenn Besucher in den Museen diese Bilder betrachten, sehen sie dem schemenhaften Verblassen öffentlicher Bilder zu. Das ist das Gegenteil von etwas Statischem. Es enthält eine Bewegung, die dem Film verwandt ist. Einen besonders starken Eindruck hinterlässt ein Bild von Thomas Demand, das blühende Kirschbäume auf einem Hinterhof zeigt. Der Betrachter glaubt, man sei in Japan zur Zeit der Kirschblüte. Tatsächlich handelt es sich um einen Hauseingang, den soeben die Frau des Mörders verließ, der während des Marathons in Boston das legendäre Massaker auslöste. Thomas Demands Werke sind künstlerlisch hochwirksame Gegenbilder zur bloß äußerlichen Aktualität. Gespräch mit dem Künstler Thomas Demand aus Anlass der Ausstellung „The boat is leaking, the captain lied“ der Fondazione Prada in Venedig. Der politische Aufstand und die Kategorie der Plötzlichkeit http://www.dctp.tv/filme/der-politische-aufstand-und-die-kategorie-der-plotzlichkeit-10vor11-31072017/ 2017-09-13T10:16:56Z 2017-09-13T00:00:00Z dctp.tv Ausgesandt von einem konservativen Blatt bewegte er sich als Zeitzeuge mit größter Neugierde unter den studentischen Aufrührern. Im Sommer 1967, als nach der Erschießung des Studenten Benno Ohnesorg der studentische Protest um sich griff, war der Literaturwissenschaftler K. H. Bohrer Chef des Literaturblattes der FAZ. Als einer der Ersten befragte er die Studentenführer. Ausgesandt von einem konservativen Blatt bewegte er sich als Zeitzeuge mit größter Neugierde unter den studentischen Aufrührern. Immer im Disput mit seinem damaligen Freund Jürgen Habermas, der die reformerischen Ansätze der Protestbewegung favorisierte. K.H. Bohrer dagegen interessierten die Plötzlichkeit und der enthusiastische Ereignischarakter des Aufbruchs. Er stellt jene Monate von vor 50 Jahren in den weiteren Zusammenhang der Revolutionen seit 1789 und den der Kategorie der Plötzlichkeit. Sein Buch, das er als Zeitzeuge und Literat verfasste, hat den Titel „Jetzt“. Strahl der Wahrheit http://www.dctp.tv/filme/news-stories-16-01-2005-doppelt/ 2017-09-19T16:03:13Z 2017-09-12T00:00:00Z dctp.tv "Pitaval" heißt die klassische Sammlung berühmter Rechtsfälle, begründet 1734 von Francois Gayot de Pitaval (1673 - 1743) in Frankreich. Friedrich Schiller, fasziniert von diesem Werk, übersetzte eine Auswahl ins Deutsche. Später erschienen weitere Sammlungen im 19. und 20. Jahrhundert. Diese Chroniken von Justizfällen zeigen die Wandlung des Verbrechens im Laufe der Zeiten. Wo heute Sensation die publizistische Aufmerksamkeit bestimmt, war es zu Anfang der Justiz-Berichterstattung die Aufklärung: Der Strahl der Wahrheit. Filmemacher und Rechtsanwalt Dr. Norbert Kückelmann berichtet. Im Zeichen der Strafwut http://www.dctp.tv/filme/10-vor-11-27-01-2003-doppelt/ 2017-09-19T16:03:13Z 2017-09-12T00:00:00Z dctp.tv In den Filmen von Norbert Kückelmann geht es immer erneut um die konkrete und authentische Beobachtung von Strafprozessen und Kriminalfällen. In den Filmen von Norbert Kückelmann geht es immer erneut um die konkrete und authentische Beobachtung von Strafprozessen und Kriminalfällen. Die Kritik in diesen Filmen richtet sich gegen die Strafwut der Gesellschaft. Diese Strafwut, sagt Kückelmann, hat einen ähnlich aggressiven Kern wie die Kriminalität selbst. Mit zahlreichen Beispielen. Ein Mann aller Altersklassen http://www.dctp.tv/filme/10-vor-11-03-11-2008-doppelt/ 2017-09-19T16:03:13Z 2017-09-12T00:00:00Z dctp.tv Ein Rechtsanwalt, der in seinem Leben viele Prozesse, auch solche, in denen die Umstände mit großer Wahrscheinlichkeit gegen seine Mandanten sprachen, gewonnen hat. Ein Rechtsanwalt, der in seinem Leben viele Prozesse, auch solche, in denen die Umstände mit großer Wahrscheinlichkeit gegen seine Mandanten sprachen, gewonnen hat. Ein Filmregisseur, der das, was ihn vor Gericht empörte, zu packenden Filmen gestaltete. Ein Autor und Mensch, in welchem sich die Temperamente der Kinderzeit, des Manns von 50 Jahren und die der reifen Jahre in jedem Augenblick miteinander verbinden. Begegnung mit Dr. Norbert Kückelmann. Der Pitaval http://www.dctp.tv/filme/prime-time-10-11-2002-doppelt/ 2017-09-19T16:03:13Z 2017-09-12T00:00:00Z dctp.tv Vor 300 Jahren sammelte ein französischer Rechtsanwalt berühmte Justizfälle. Der Mann hieß Pitaval. Rechtsanwalt und Filmemacher Dr. Norbert Kückelmann über eine interessanten Dokumentationen. Vor 300 Jahren sammelte ein französischer Rechtsanwalt berühmte Justizfälle. Der Mann hieß Pitaval. Friedrich Schiller übersetzte diese Sammlung ins Deutsche und hatte die Absicht daraus Dramen zu machen. Im Prager Pitaval setzte Egon Erwin Kisch das Projekt fort. Der NEUE PITAVAL enthält eine eindrucksstarke Sammlung von Fällen aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Rechtsanwalt und Filmemacher Dr. Norbert Kückelmann über diese interessanten Dokumentationen. Montag Feuerwerk, Dienstag Demonstration, Mittwoch Revolution http://www.dctp.tv/filme/montag-feuerwerk-dienstag-demonstration-mittwoch-revolution-10vor11-24072017/ 2017-08-28T14:33:00Z 2017-08-28T00:00:00Z dctp.tv Dr. Patrick Eigen-Offe vom Zentrum für Literatur und Kulturforschung Berlin untersucht das Echo der Begriffe „Klasse“, „Revolte“ und „Proletariat“ in Literatur, Musik und den Künsten. Im 18. Jahrhundert, weit vor Ausbruch der Großen Französischen Revolution, machte der Fischer-Aufstand von Neapel vom Mai 1647 einen nachhaltigen Eindruck auf die europäische Öffentlichkeit! Der Anführer dieser Revolte, ein Fischer namens Masaniello, beschäftigte die Phantasie. Die revolutionäre Bewegung wurde ausgelöst, als den plebejischen Schichten in Neapel, die von freiwachsendem Obst und gelegentlichen Jagdausflügen lebten, durch eine Obststeuer dieser Zugang „zu dem, was die Natur bietet und die Reichen ihnen verweigern“ versperrt wurde. Masaniello als Anführer hatte eine charismatische Ausstrahlung. Er wurde ermordet. Von dieser Revolte handeln zahllose Dichtungen und mehr als sieben Opern. Die letzte dieser Opern, Auberts „Die Stumme von Portici“, zeigte noch 1832 eine so starke revolutionierende Kraft, dass die Opernbesucher auf die Straße gingen und die Wallonische Revolution in Brüssel auslösten. Dr. Patrick Eigen-Offe vom Zentrum für Literatur und Kulturforschung Berlin untersucht das Echo der Begriffe „Klasse“, „Revolte“ und „Proletariat“ in Literatur, Musik und den Künsten. Für die herrschenden Schichten waren die immer wiederkehrenden Revolten ein unheimliches Phänomen. Sie verglichen die Revolten mit der Hydra, sich selbst mit Herakles. Die Eigenschaft der Hydra wie auch die der Revolutionen erscheint in ihrer Sichtweise als so gefährlich, weil die Hydra viele Schlangenhäupter besitzt und für jedes, das ihr abgeschlagen wird, zwei neue wachsen. Erst als Herakles die Wunden der Hydra mit Stumpf und Stiel ausbrennt, bricht dieses Wachstum ab. In der literarischen und künstlerischen Spiegelung der Revolution wird die Angst vor ihr und die Grausamkeit der Konterrevolutionen erst richtig sichtbar. Die Allzeitigkeit des Kriegs http://www.dctp.tv/filme/die-allzeitigkeit-des-kriegs-10vor11-17072017/ 2017-08-23T17:27:45Z 2017-08-23T00:00:00Z dctp.tv Immer wieder gab es eine jüngere Generation, die behauptete: Carl von Klausewitz, der Verfasser des legendären Buchs VOM KRIEGE, sei nicht mehr aktuell. Immer wieder gab es eine jüngere Generation, die behauptete: Carl von Klausewitz, der Verfasser des legendären Buchs VOM KRIEGE, sei nicht mehr aktuell. Dann erweist sich, dass das Chamäleon Krieg gerade in der Moderne immer erneut seine ältesten Seiten zeigt. So gehören der U.S.-General Peträus, der im Irak und in Afghanistan führte, und der neue nationale Sicherheitsberater von Präsident Trump, General McMaster, zu den Anhängern von Klausewitz. Besonders die Schriften über den Partisanenkrieg und den bewaffneten Volksaufstand sind von größter Aktualität. Klausewitz schrieb darüber im Interesse der Aufständischen (mit denen Napoleon nie fertig wurde). Die Theoretiker der "Counter Insurgency" interessieren sich umgekehrt dafür, wie man einer Rebellion das Wasser abgräbt. James W. Davis, Hochschullehrer und Dean an der Universität St. Gallen über die von ihm übersetzten Schriften von Klausewitz über den "Kleinen Krieg". Ein wichtiger aktueller Beitrag in der transatlantischen Kommunikationsbrücke. Eine Begegnung am Rande der MSC mit James W. Davis und mit den als Theorie unverzichtbaren Gedankengängen von Klausewitz, wenn man etwas gegen die "wilde Aggression" tun will. Dem Weltenrätsel auf der Spur http://www.dctp.tv/filme/dem-weltenratsel-auf-der-spur-10vor11-10072017/ 2017-08-23T11:47:55Z 2017-08-23T00:00:00Z dctp.tv Die Bilder Nikolai Roerichs gehören zu den raren, kostbaren und hochdotierten Objekten auf den Auktionen der Welt. Dieser Maler war aber zugleich ein Religionsgründer und Guru. Die Bilder Nikolai Roerichs gehören zu den raren, kostbaren und hochdotierten Objekten auf den Auktionen der Welt. Dieser Maler war aber zugleich (gemeinsam mit seiner Frau, einer Urenkelin des Generals Kutusow) ein Religionsgründer und Guru, zu dessen Anhängern der spätere U.S.-Vizepräsident Henry Wallace, aber auch der stellvertretende Chef des russischen Geheimdienstes, zählte. Auf dem Dach der Welt (zwischen Tibet, dem Pamir und den Ebenen der Mongolei) suchte Roerich mit wechselnden Verbündeten und zwischen den Großmächten ein spirituelles Reich zu errichten. Der Name dieses Reichs Shambala ist identisch mit dem Wort Shangri-La. Der Privatsitz Roosevelts, Camp David, hieß ursprünglich Shangrila. Wie Hochkunst, Geheimlehren in der Nachfolge der Madame Blavatsky und Realpolitik auf rätselhafte Weise zusammenfinden, beschreibt Ernst von Waldenfels in seiner Lebensbeschreibung von Nicolai Roerich. Die Perlen der Cleopatra http://www.dctp.tv/filme/die-perlen-der-cleopatra-10vor11-03072017/ 2017-08-22T10:53:40Z 2017-08-22T00:00:00Z dctp.tv Die Königin Cleopatra verrührt die Perlen ihres Halsschmucks in einem Becher zu einem Liebestrank, mit dem sie alle andrängenden Besatzer Ägyptens zu ihren Liebessklaven macht. Der Wiener Komponist Oscar Straus komponierte eine der charakteristischsten „Berliner Operetten“ der Zwanziger Jahre: „Die Perlen der Cleopatra“. Die Folge der Überraschungen und Melodien, der erotische Subtext, sind in diesen Operetten wichtiger als die sogenannte Handlung. Eine so intensive Kombination von Witz und Musik, dann durch das Dritte Reich unterbrochen, hat es in der Welt später nicht wieder gegeben. Die Königin Cleopatra verrührt die Perlen ihres Halsschmucks in einem Becher zu einem Liebestrank, mit dem sie alle andrängenden Besatzer Ägyptens zu ihren Liebessklaven macht: einen persischen Prinzen, einen römischen Offizier und zuletzt den berühmt Marc Anton. Dass diese Operetten keine Farcen sind, sondern blinkende Edelsteine, zeigt Barrie Kosky in seinen Inszenierungen an der Komischen Oper Berlin immer erneut. Unverwechselbar und vom Publikum bejubelt die Protagonistin Dagmar Manzel in der Hauptrolle der Cleopatra. Niemand betreibt Theorie ohne Grund http://www.dctp.tv/filme/niemand-betreibt-theorie-ohne-grund-10vor11-26062017/ 2017-07-18T09:47:58Z 2017-07-13T00:00:00Z dctp.tv Theorie, sagt Felsch, in Anknüpfung an Gente, ist etwas Aktives. Sie unterscheidet sich gründlich von der eher betrachtenden Hochschul-Philosophie. Es geht um Phantasie und Enthusiasmus. Der Ausbruch der studentischen Protestbewegung im Juni 1967 (begleitet von den Rebellionen in Paris und in Berkeley) liegt 50 Jahre zurück. Der politische Aufbruch war begleitet durch einen Hunger nach unbekannten Büchern. Der Enthusiast Peter Gente aus Halberstadt gründete aus diesem intellektuellen Aufbruch heraus später den Merve Verlag. Theorie, sagt Felsch, in Anknüpfung an Gente, ist etwas Aktives. Sie unterscheidet sich gründlich von der eher betrachtenden Hochschul-Philosophie. Es geht um Phantasie und Enthusiasmus. Die Renaissance der Theorie in den Jahren nach 1967 stützte sich stark auf die Kritische Theorie und deren Vertreter wie Walter Benjamin, Th. W. Adorno, aber auch auf den neu entdeckten frühen Marx und dessen sogenannte „Pariser Manuskripte“. Als der studentische Protest zu stagnieren begann, ersetzten die frischen neuen Theoretiker aus Frankreich wie Foucault, Derrida, Guattari und Deleuze den Bücherstrom und die Schwarzdrucke der Anfangszeit. Wie ein Scout sucht Philipp Felsch vom Kulturinstitut an der Humboldt Universität die Spuren eines bewundernswerten neugierigen Denkens, dem Menschen wie Peter Gente und Verlage wie der Merve Verlag und die Sachbuchabteilung des Suhrkamp Verlages in der Protestzeit vor 50 Jahren sich widmeten. Geschichte eines „langen Sommers der Theorie“. Trump klopft ans Tor der Welt http://www.dctp.tv/filme/trump-klopft-ans-tor-der-welt/ 2017-07-10T11:19:17Z 2017-07-10T00:00:00Z dctp.tv Die drei Fragen nach Post-Truth? Post-Fact? Post-West? (Ist der Westen am Ende, die Nato vor der Auflösung?) standen im Mittelpunkt der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz. Die drei Fragen nach Post-Truth? Post-Fact? Post-West? (Ist der Westen am Ende, die Nato vor der Auflösung?) standen im Mittelpunkt der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz. Der Schatten des neuen U.S.-Präsidenten lag über der Versammlung, zu der mehr als 100 Regierungschefs, Militärs und Wirtschaftsführer sich versammelt hatten. Der Leiter des Investigationsverbunds WDR, NDR und SZ, Georg Mascolo, das Mitglied der Chefredaktion der ZEIT, Holger Stark (er erlebte die vier letzten Jahre in den U.S.A.) und der Strategiespezialist Bruno Lezzi von der NZZ berichten. Mozart hat sich nie das Ohr abgeschnitten http://www.dctp.tv/filme/mozart-hat-sich-nie-das-ohr-abgeschnitten-10vor11-29052017/ 2017-07-05T10:17:41Z 2017-07-05T00:00:00Z dctp.tv Kultur & Entertainment haben gemeinsam, dass sie nur gut sind, wenn sie überraschen. Für Gottschalk, den amtlich ausgebildeten Deutschlehrer, gilt dabei die Dramaturgie der Schulpause, nicht die der Schulstunde Die Herzen der Welt bewegt schon immer die Musik: von den Beatles über die italienische Oper bis zu Richard Wagner. Regelmäßig sieht man Thomas Gottschalk und seine elegante Frau in Bayreuth und auf den Salzburger Festspielen. Der Abenddress immer etwas aus der Reihe tanzend. Heute: Thomas Gottschalk im Opernhaus. Jonas Kaufmann singt in MANON LESCAUT von Giacomo Puccini die Tenorrolle. Es geht um ein Paar, einen Fall von Liebe auf den ersten Blick. Das Glück endet tödlich in der Wüste. Was würde Thomas Gottschalks Mutter, Rutila Gottschalk, geboren 1922, von „Liebe auf den ersten Blick“ halten? Gar nichts. Und doch gehört Plötzlichkeit zum Gefühl. Andererseits: manche Liebe wächst über die Jahrzehnte. Gottschalk ist immer noch mit derselben Frau verheiratet. In Richard Wagners PARSIFAL sendet eine Mutter ihren Sohn als Narren in die Welt, damit er nicht so wird wie die üblichen Helden. Ist Wagners Parsifal ein Volltrottel oder ein „Menschentyp neuer Art“? Von dem neuesten Parsifal, der im Weißen Haus regiert, sagt Gottschalk: „Mir ist so viel Unbefangenheit an exponiertem Ort unheimlich.“ Er selbst wäre nicht gern U.S.-Präsident. „Obwohl ich befürchte“, fügt er hinzu, „dass ich gewählt worden wäre“. Kultur und Entertainment haben gemeinsam, dass sie nur gut sind, wenn sie überraschen. Für Gottschalk, den amtlich ausgebildeten Deutschlehrer, gilt dabei die Dramaturgie der Schulpause, nicht die der Schulstunde. Wäre er Kultusminister, würde er sämtliche Ministerialräte an die Front schicken: Deutschunterricht für Syrer. „Besser noch, wenn wir Deutschen Syrisch lernen.“ Ich brauche das Lachen, sagt Gottschalk, um das Leben erträglich zu finden. „Kunst und Kultur brauchen haben für mich keine Leidensmiene.“ Man muss sich auch nicht, wie Vincent van Gogh, das Ohr abschneiden, um seine künstlerische Phantasie auszuleben. Gottschalk: „Mozart hat sich nie das Ohr abgeschnitten!“ Über Liebe, Mutterwitz, aktuelles Geschehen und Musik. Auf der Hinterbühne eines Opernhauses nachts um halb eins. Begegnung mit Thomas Gottschalk. Spannend und informativ. "I wasn’t born to follow" http://www.dctp.tv/filme/i-wasnt-born-follow-10vor11-222052017/ 2017-07-05T10:04:14Z 2017-07-05T00:00:00Z dctp.tv Thomas Gottschalk hat ein unbefangenes Verhältnis zur Kultur. Musik, Nachrichten und Wissenschaft sind normalerweise Gegensätze, in der Kultur treffen sie zusammen. Am frühen Morgen ist er, von New York kommend, in München gelandet. Am Abend hat er einen 3-Stunden-Radio-Marathon im Bayerischen Rundfunk hinter sich gebracht. Jetzt, nachts halb eins, ist er zu Gast im Kulturmagazin. Thomas Gottschalk hat ein unbefangenes Verhältnis zur Kultur. Musik, Nachrichten und Wissenschaft sind normalerweise Gegensätze, in der Kultur treffen sie zusammen. Getrenntes zusammenzubringen, das ist der Beruf des Entertainers: dolmetschen, schlagfertig reagieren, überraschen, Trennlinien nicht beachten. Am kommenden Sonntag wird auf RTL die zweite Ausgabe von „Mensch Gottschalk: Was Deutschland bewegt“ gestartet. Eines der Themen dort heißt: Liebe kennt kein Alter. Macht Liebe blind? Macht Liebe hellsichtig? Ein weiteres Thema: Syrien. Zwei syrische Schwestern, Leistungsschwimmerinnen mit Olympia-Rang, retten in der Ägäis ein Schlauchboot voller Flüchtlinge. Der Mensch hört gern, was Freude macht. Wie erzählt man von Syrien? Nicht nur mit Elendsberichten. Dieses Land ist 4.000 Jahre alt. Unsere europäische Zivilisation stammt direkt vom Euphrat. Die Mutter von Jesus, ergänzt Thomas Gottschalk, sprach Aramäisch, eine der syrischen Sprachen. Gottschalk ist im Kulturmagazin angekommen. Der Beruf des Entertainers hat viel mit Friedensstiften zu tun. Berühmt ist die Szene, als der Literaturmensch Marcel Reich-Ranicki seinen Fernsehpreis den Veranstaltern vor die Füße werfen wollte. Da griff der Moderator Gottschalk ein. Ein Blitzfrieden kommt zustande in wenigen Minuten. Die Veranstaltung ist gerettet. Von seiner Mutter Rutila her hat Gottschalk zwei Eigenschaften: das positive Denken und die Widerborstigkeit. „Formatgrenzen achtet er nicht“. „I wasn’t born to follow“. Begegnung mit „Mensch Gottschalk“ auf dem unerwarteten Boden des Kulturmagazins in entspannter Stunde.