Neueste Filme - dctp.tv http://www.dctp.tv/filme/neu.atom 2017-02-22T14:23:35Z All rights reserved schnee von morgen Die Geschichte vom Zorn http://www.dctp.tv/filme/die-geschichte-vom-zorn-newsstories-vom-31012017/ 2017-02-22T14:21:14Z 2017-02-22T00:00:00Z dctp.tv Im ältesten Epos Europas, Homers ILIAS, geht es um den Zorn des Helder Achill. Beleidigt von Agamemnon, dem Heerführer der Griechen, zieht sich Achill in Stummheit zurück. Im ältesten Epos Europas, Homers ILIAS, geht es um den Zorn des Helder Achill. Beleidigt von Agamemnon, dem Heerführer der Griechen, zieht sich Achill in Stummheit zurück. Die Trojaner dringen unaufhaltsam vor bis zu den Schiffen der Griechen. Patroklos, der beste Freund Achills, lässt sich die Rüstung des Helden anlegen und rennt gegen die Trojaner an. Er ist aber kein Held wie Achill und muss sterben. Daraufhin wendet sich der Zorn des Achill lodernd gegen den trojanischen Helden Hektor, der Patroklos tötete. Als Hektor, bereits verwundet, um die Vereinbarung bittet, dass der Sieger den Besiegten als Leiche nicht schändet, antwortet Achill, dass sein Zorn keine Verhandlungen zulasse. Er gebraucht das Wort „Hund“ für Hektor. Er droht dem Unterlegenen damit, ihn wie ein Kannibale zu verschlingen. Die ILIAS endet damit, dass der Vater des Hektor, König Priamos von Troja, bittflehend zu Achill kommt, um den Leichnam Hektors (den zuvor Achill hinter seinen Streitwagen gebunden und um die Stadt geschleift hat) Heim zu holen. Auf Vasenbildern ist die Szene in einer Weise dargestellt, die den Text Homers präzisiert. Achill tafelt. Ein großes Schlachtermesser in seiner Hand. Der tote Hektor liegt unter dem Tisch, dort wo sonst die Hunde liegen. Die grausame, kannibalische Haltung, die der helle Zorn Achill aufzwingt, tritt in den Bildern schärfer und zugleich anders als in den Versen des Epos vor das Auge des Betrachters. An diesem und anderen Beispielen erläutert der Klassische Archäologe und Rektor des Wissenschaftskollegs zu Berlin, Prof. Dr. Lucca Giuliani, die besondere Ausdruckskraft antiker Bilder und ihre scharfe Reibung mit den Texten. Das Bild wird erst wahrhaft plastisch durch den Vergleich von Text und Bild und vor allem durch das Übereinanderlegen der verschiedenen Bilddarstellungen. Das Projekt Wild-Ost http://www.dctp.tv/filme/das-projekt-wild-ost-10vor11-0602017/ 2017-02-21T09:56:39Z 2017-02-21T00:00:00Z dctp.tv Japan erwachte Mitte des 19. Jh. aus dem Mittelalter. Mit der Meiji-Dynastie begann eine rasante Industrialisierung. So ausgerüstet besiegte Japan dann 1904/5 das Russische Zarenreich vernichtend. Japan erwachte Mitte des 19. Jh. aus dem Mittelalter. Mit der Meiji-Dynastie begann eine rasante Industrialisierung. So ausgerüstet besiegte Japan dann 1904/5 das Russische Zarenreich vernichtend. Über 100 Jahre lang rivalisierten offen und geheim Japan und Russland um die Beherrschung Sibiriens. Die Bodenschätze: verlockend. Die gegenseitigen Machtmittel 1904, 1918, 1941 und 1945: äußerst verschieden. Der russische Komponist Rimski-Korsakoff schrieb eine parodistische Oper über den japanisch-russischen Konflikt: ein Zar verliebt sich in eine grausame, aber jugendschöne Königin aus dem Fernen Osten. Die Oper DER GOLDENE HAHN, die ein Märchen von Alexander Puschkin wiedergibt, wurde von der Zensur in Russland verboten und hat prophetische Aussagekraft: der Zar verliert Thron und Leben. Die Japanologin Dr. Tatiana Linkhoeva berichtet über diese Oper, den Kampf um Sibirien und die russischen und japanischen Hoffnungen, die sich beide nicht erfüllten. SPIEGEL TV Magazin vom 19.02.2017 http://www.dctp.tv/filme/spiegel-tv-magazin-vom-19022017/ 2017-02-21T09:35:58Z 2017-02-20T00:00:00Z dctp.tv Themen: Mieterprotest gegen Immobilienkonzern; Kriminalfall Sarah Heinrich; Trumps Feldzug gegen die Medien; Prepper - Warum Menschen in Bunkern leben; Spionageverdacht - Erdogans Stasi-Imame in Deutschland. Moderation: Maria Gresz. Der Autor als Anwalt der Zukunft http://www.dctp.tv/filme/der-autor-als-anwalt-der-zukunft-10vor11-30012017/ 2017-02-22T14:23:35Z 2017-02-17T00:00:00Z dctp.tv Das Genre des kommerziellen Science-Fiction-Romans erfindet Welten, in die die Phantasie auswandern kann: Exodus aus Wirklichkeit und Gegenwart. Der Literaturwissenschaftler Dr. Bernd Flessner berichtet. Das Genre des kommerziellen Science-Fiction-Romans erfindet Welten, in die die Phantasie auswandern kann: Exodus aus Wirklichkeit und Gegenwart. Die großen Poeten dagegen, wenn sie sich mit Zukunft befassen, spiegeln die Gegenwart, indem sie von zukünftigen Verhältnissen berichten. Großmeister in dieser authentischen Form des Zukunftsromans ist der polnische Dichter Stanislaw Lém. Über die Gegenwart Polens darf er (wegen der Zensur) nicht viel erzählen. Also hat er die wohl besten Science-Fiction-Romane der Welt geschrieben. Zum Beispiel SOLARIS, die Geschichte einer Sonne, die ein Lebewesen ist oder die vielen Geschichten vom Raumpilot Pirx. Ganz anders in der Formulierung, aber parallel in der Authentizität des Poetischen: Arno Schmidt. Seine Gelehrten auf dem Mond und der Held seines Romans SCHWARZE SPIEGEL, der die Katastrophe des Kalten Kriegs überlebte, gehören zu den Meisterwerken des phantastischen Realismus. Der Literaturwissenschaftler Dr. Bernd Flessner berichtet. Das Mädchen mit dem Kavalier im Kopf http://www.dctp.tv/filme/das-maedchen-mit-dem-kavalier-im-kopf-10vor11-23012017/ 2017-02-17T11:45:42Z 2017-02-17T00:00:00Z dctp.tv Die Handlung der letzten Oper des Genies Vincenzo Bellini, bevor er im Alter von 34 Jahren starb, spielt in England in der Zeit der Puritaner. Die Handlung der letzten Oper des Genies Vincenzo Bellini, bevor er im Alter von 34 Jahren starb, spielt in England in der Zeit der Puritaner. Die Puritaner sind eine religiös-sektiererische Massenbewegung, die so viel Macht hatte, zwei Königen das Haupt abzuschlagen: gegen alle Sinnlichkeit eingestellt, fanatisch, in erotischer Hinsicht grau. Ein junges Mädchen aus solchem puritanischen Vaterhaus liest gern Romane, wie sie später Sir Walter Scott und Alexandre Dumas im romantischen Zeitalter, dem Bellinis, dichteten. Sie träumt von Helden wie den Drei Musketieren und von einem prachtvollen, königstreuen Kavalier. Überraschend wird sie mit einem solchen Helden verlobt. Dann aber muss sie glauben, ihr Liebster habe sie verlassen. Er ist tatsächlich königstreu und mit der Rettung der Königinwitwe beschäftigt und von der Bildfläche verschwunden. Das junge Mädchen verfällt in Wahnsinn. Die Oper Bellinis ist mit den wohl schönsten Melodien Italiens ausgestattet. Mit Hilfe solcher Musik siegt am Ende die Liebe. Die in Chor-Ensemble-Szenen dicht integrierten Melodien führt die liebenden Träumer - gegen alle Wahrscheinlichkeiten des Lebens - sicher durch alle Verletzungen und Gefahren ihrer unerbittlichen Zeit. Die tragische Pointe der hinreißenden Stuttgarter Inszenierung liegt darin, dass zuletzt das Mädchen und ihr Kavalier selber im grauen Kleid der Puritaner im Kreise der Gemeinde einher marschieren. In der Rolle des Mädchens: der einzigartige Sopran Ana Durlovski. Regie: Jossi Wieler und Sergio Morabito. Musikalische Leitung: Giuliano Carella, Manlio Benzi. Mit einem Bein im Weltraum http://www.dctp.tv/filme/mit-einem-bein-im-weltraum-10vor11-16012017/ 2017-02-10T10:38:42Z 2017-02-10T00:00:00Z dctp.tv Im Kalten Krieg bedeuteten die Erfolge Russlands in der Raumfahrt für die U.S.A. eine Herausforderung. So kam es zur Aufholjagd zum Mond, die mit der Landung von Menschen auf dem Mond das Apollo-Projekt krönte. Im Kalten Krieg bedeuteten die Erfolge Russlands in der Raumfahrt für die U.S.A. eine Herausforderung. So kam es zur Aufholjagd zum Mond, die mit der Landung von Menschen auf dem Mond das Apollo-Projekt krönte. Vom fachlichen Standpunkt der Raumfahrttechnik war dieses publikumswirksame Projekt ein Irrläufer. Der Sprung in den Weltraum und zu den Planeten hängt nicht von der Landung eines Menschen auf dem Mond, sondern von der Errichtung einer Raumstation ab, von der aus Raumflüge selbstständig stattfinden können. Die Post-Apollo Projekte konzentrierten sich auf dieses Ziel. Dabei bildeten Spacelab und Spaceshuttle ein zusammenhängendes System. Die Versuche der europäischen Raumfahrtbehörde ESA in dieser Entwicklung einen autonomen, europäischen Beitrag zu entwickeln, scheiterten. In den U.S.A. drosselten Budgetfragen die konsequente Weiterentwicklung vor allem nach der Spaceshuttle-Katastrophe. Das heute dominierende Marsprojekt der ESA vermeidet die Fehler der Vergangenheit. Es hat aus sämtlichen Fehlern und Irrtümern der vorangehenden Projekte gelernt. Der Experte Dr. Tilmann Siebeneichner, FU Berlin, berichtet. WERDE ERWACHSEN! http://www.dctp.tv/filme/werde-erwachsen/ 2017-02-08T16:33:21Z 2017-02-08T00:00:00Z dctp.tv Was heißt es, erwachsen zu sein? Heißt es, das Träumen aufzugeben und die Welt so zu akzeptieren, wie sie ist? Ein ernsthafter Mensch zu werden und sich von den eigenen Ideale der Jugend zu verabschieden? Was heißt es, erwachsen zu sein? Heißt es, das Träumen aufzugeben und die Welt so zu akzeptieren, wie sie ist? Ein ernsthafter Mensch zu werden und sich von den eigenen Ideale der Jugend zu verabschieden? Wenn aber Erwachsensein wirklich das bedeutet, wer hat dann wirklich Lust darauf, erwachsen zu werden? Die amerikanische Philosophin Susan Neiman vertritt hierzu eine ganz eigene Ansicht. Sie will tatsächlich dazu ermutigen, erwachsen zu werden. Der gängigen Meinung, wonach die besten Jahre des Lebens zwischen 18 und 28 liegen, widerspricht sie vehement. Sie vertritt die These: Je älter wir werden, desto erfüllter und glücklicher ist unser Leben. Damit ruft sie einer vom Jugendwahn befallenen Gesellschaft zu: Habe Mut, erwachsen zu werden! Du wirst es nicht bereuen! Wie genau Susan Neiman zu dieser Ansicht kommt, zeigt die amerikanische Philosophin im Dialog mit Zlatko Valentic in ihrer Heimatstadt Berlin. Mehr Informationen über Zlatko Valentić und sein Projekt “Philosophisches Experiment” finden Sie auf: philosophisches-experiment.com 100 Jahre Russische Revolution http://www.dctp.tv/filme/100-jahre-russische-revolution-newsstories-17012017/ 2017-02-01T12:00:15Z 2017-02-01T00:00:00Z dctp.tv Die zwei russischen Revolutionen von 1917, die im Februar und die im Oktober, haben ihre Wurzel in der Russischen Revolution von 1905. Sie sind ohne diesen Zusammenhang nicht zu verstehen. Die Bilder von der Machtergreifung Lenins im Jahre 1917, verbunden mit dem „Sturm auf den Winterpalast“ in St. Petersburg, stammen alle aus Gemälden und Filmen aus den späten 20er Jahren. Wie eine Lava-Schicht liegen der spätere Terror Stalins und die ihm vorausgehende Propaganda auf den realen Ereignissen. Im Jahr 2017, also nach 100 Jahren, macht es Sinn, wie ein guter Archäologe gerade die Anfangszeiten der Russischen Revolution auszugraben. Die zwei russischen Revolutionen von 1917, die im Februar und die im Oktober, haben ihre Wurzel in der Russischen Revolution von 1905. Sie sind ohne diesen Zusammenhang nicht zu verstehen. Der krasse Unterschiede zwischen der anfänglichen Vielfalt dieser revolutionären Bewegung zu dem späteren Erstarren in der nach Stalin benannten Planwirtschaft, wird gerade auf dem Hintergrund des frischen Elans von 1905 besonders deutlich. Max Weber in Heidelberg war 1905 von den Ereignissen in Russland (vor allem im Süden des Reiches) so beeindruckt, dass er anfing Russisch zu lernen. Seine berühmte „Zeitschrift für Sozialwissenschaften und Sozialpolitik“ war ursprünglich bestimmt, diese politisch-sozialen Vorgänge zu verstehen. Wladimir Lenin und Max Weber sind einander nie begegnet. Möglicherweise hätten sie sich in der ersten Stunde ihres Dialogs bereits verzankt. 100 Jahre später aber wäre es – in einem Jahr, in dem sich viele Medien mit dem 100-Jahres-Jubiläum befassen werden – interessant, sich ein Nachtgespräch zwischen den beiden Geistern über den tatsächlichen Erfahrungsgehalt und die Einzelheiten des revolutionären Prozesses vorzustellen. Der Osteuropa-Historiker Prof. Dr. Martin Aust von der Universität Bonn berichtet. Etwas haben, worauf das Herz ganz vertraut http://www.dctp.tv/filme/etwas-haben-worauf-das-herz-ganz-vertraut-10vor11-09012017/ 2017-02-01T10:01:28Z 2017-02-01T00:00:00Z dctp.tv Die verschiedenen Todesstunden des englischen Königs Heinrich VIII und Martin Luthers, zwei Reformatoren von ganz unterschiedlichem Formt, hat die Historikerin Sabine Appel eindrucksvoll gegenübergestellt. Unter Heinrich VIII, der von seinen acht Frauen zwei durch das Beil umbringen ließ erlebte England seine Reformation: die Klöster zugunsten der Krone enteignet, Loslösung von Rom, „Brexit Englands in Glaubensfragen“. Für die Reformation in Deutschland war der König ein Verbündeter. Er schrieb aber auch ein Pamphlet in lateinischer Sprache gegen Einzelpunkte des lutherschen Bekenntnisses. Als junger Mann galt Heinrich VIII als hübsch, etwas platte Nase, rank, schlank und wendig. Als alter Mann war er verschrien als der „Nero Englands“ (Melanchthon), unmäßig fett, Diabetiker, unheilbare Wunde am Bein, die stank, ein Vielfresser, der sich nicht mehr bewegen konnte. Die letzte Ölung versäumte er, weil er vorher noch ein Schläfchen halten wollte. Einen rechten Frieden mit Gott hat er nicht geschlossen. Der Reformator Martin Luther reiste in der Zeit vor seinem Tod in seine Geburtsstadt Eisleben. Immer schon saß ihm der Satan im Gedärm. Das alles drückte auf sein Herz: am Ende Herzinfarkt. Seine Getreuen waren um ihn, auch um als Zeugen den katholischen Gerüchten entgegen zu treten, der Teufel habe zuletzt den Reformator geholt. Letzte Worte lagen als handschriftliche Notiz Luthers in seinem Zimmer. Sie zeigen sein tiefes Vertrauen in seinen Glauben. Ein Mensch muss etwas haben, „worauf das Herz ganz vertraut“. Die so verschiedenen Todesstunden des englischen Königs, eines Reformators und Martin Luthers, eines Reformators von ganz anderem Formt, hat die Historikerin Sabine Appel eindrucksvoll gegenübergestellt. Es sind zwei Tode von unterschiedlicher Würde. Seelen-Verkehrsampel mit Musik http://www.dctp.tv/filme/seelen-verkehrsampel-mit-musik-newsstories-10012017/ 2017-02-01T09:45:13Z 2017-02-01T00:00:00Z dctp.tv Berühmter Regisseur, ursprünglich Oboist. Seine Arbeiten sind nicht zu trennen von seinem Stab an ständigen Mitarbeitern, die zu einem kreativen Organismus über Jahrzehnte hin zusammengewachsen sind. Christoph Marthaler ist ein Durch-und-Durch-Musiker von besonderem Format. Berühmter Regisseur, ursprünglich Oboist. Seine Arbeiten sind nicht zu trennen von seinem Stab an ständigen Mitarbeitern, die zu einem kreativen Organismus über Jahrzehnte hin zusammengewachsen sind. Regelmäßig arbeitete Marthaler, der selbst Chef des Zürcher Schauspielhauses war, an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin, jenem natürlichen Attraktor für besondere Begabungen, künstlerische Wagnisse und Abweichungen vom Schema. Diesem Theater gilt Marthalers neueste Revue: „Bekannte Gefühle, gemischte Gesichter“. Das Bühnenbild zeigt einen Museumsraum, der sukzessive ausgeräumt wird. Mit Palastartig. Fahrstuhl. Bühnenbild und Kostüme: Anna Viebrock („Bühnenbildnerin des Jahres“), die mit Marthaler unzertrennlich zusammenarbeitet. Der riesige Bühnenraum füllt sich im Verlauf des Abends auf zauberhafte Weise mit Slapstick, filmartigem Rhythmus, Tänzen des ganzen Ensembles und vor allem mit purer Musik. Sophie Rois mit großem Chanson, Irm Herrmanns Auftritte, die R.W. Fassbinder und Christoph Schlingensief vom Tode wieder auferwecken. Scheinbar einfache Lieder wie „In einem kühlen Grunde“ und „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit“ (vom ganzen Ensemble geflüstert) hat man so noch nie gehört. Musiken aus der Zeit Shakespeares mischen sich mit Tönen von Arnold Schönberg, mit Tango und Rap. Man hat das lange noch im Ohr, weil es, so gesungen, ungewöhnlich ist. Selbst der Freiheitschor von der Hitliste aus Verdis NABUCCO klingt diesmal neu. Christoph Marthaler nennt seine Revue einen „Abschied“. Man wünscht sich, dass es zu solchem Ende nicht kommt. Wie sich die Seele nährt von Licht und Dunkel http://www.dctp.tv/filme/wie-sich-die-seele-nahrt-von-licht-und-dunkel/ 2017-01-25T16:57:52Z 2017-01-25T00:00:00Z dctp.tv Der Filmmacher Werner Nekes spricht von "Cinématographischen Feldern". Diese, sagt er, bilden Zeitspeicher. Die Filme sind für lebendiges Leben viel notwendiger als man glaubt. Lichtwellenberge strömen in die Optik der Filmkamera ein und in dieser "Rhythmus-Maschine" werden sie mit Dunkelheit versetzt. So entstehen Filme. Das Kinoerlebnis besteht aus solchen Lichtfrequenzen und nicht nur aus der "Handlung" eines Films. Der Filmmacher Werner Nekes spricht von "Cinématographischen Feldern". Diese, sagt er, bilden Zeitspeicher. Die Filme (Vorläufer des Films hat er zurück ins 15. Jahrhundert gesammelt) sind für lebendiges Leben viel notwendiger als man glaubt. Die Seele nährt sich nämlich von Licht und Dunkel. Eine Begegnung mit einem der Bedeutendsten Film-Avantgardisten in der Welt. Die Körper lügen nie http://www.dctp.tv/filme/die-korper-luegen-nie-10vor11-02012017/ 2017-01-25T11:13:58Z 2017-01-25T00:00:00Z dctp.tv Wie im Gewittersturm die Tänzer, wie Frachtstücke und Trümmer, über die Bühne dahin wehen, ist eine Sensation! Regie und Choreographie: Sidi Larbi Cherkaoui, ein marokkanischstämmiger Belgier. Wie im Gewittersturm die Tänzer, wie Frachtstücke und Trümmer, über die Bühne dahin wehen, ist eine Sensation! Es geht um Liebesverhältnisse von Europäern bei den Indianern (von Paris im 18. Jh. gesehen den „westlichen Indern“), um Liebesabenteuer auf einer Insel im Indischen Ozean, um einen generösen Türken und um Liebe bei den Azteken in Peru. Die Körper, nicht nur die Stimmen, gelangen zur vollen Entfaltung. Im Zeitalter der Bombardierung von Aleppo und des Regierungsantritts von Donald Trump ist hier eine Utopie der Liebe und der Großzügigkeit zu besichtigen. Krieg, Hass und Intrigen helfen überhaupt nichts gegen die Naturgewalt der positiven Gefühle. Regie und Choreographie: Sidi Larbi Cherkaoui, ein marokkanischstämmiger Belgier. Die sensationellen Bühnenbilder und Kostüme: Anna Viebrock, die den Titel „Bühnenbildnerin des Jahres 2016“ erhielt. Legendäre Fälle von Seenot http://www.dctp.tv/filme/legendare-falle-von-seenot-10vor11-19122016/ 2017-01-25T10:42:00Z 2017-01-25T00:00:00Z dctp.tv Legendäre Fälle von Seenot finden sich gehäuft bei Auswandererschiffen und bei Schiffen, die feindliche Parteien transportieren und überfüllt sind. Das älteste Epos, das sich mit Schiffbruch beschäftigt, stammt aus dem Ägypten der Mittleren Pharaonenzeit. Weil es in Leningrad aufbewahrt wird, heißt es „Papyrus Leningrad“. Es geht um einen Schiffsführer, der von einer erfolglosen Fahrt zurückkehrt, fürchtet, dass der Pharao ihn umbringen wird und sich durch Erzählungen von abenteuerlichen Schiffsuntergängen trösten lässt. Die Stimmung ist skeptisch: „Wer gibt schon am Morgen einem Vogel zu trinken, den am Abend der Tod erwartet.“ Nichts ist sicher auf See. Legendäre Fälle von Seenot finden sich gehäuft bei Auswandererschiffen und bei Schiffen, die feindliche Parteien transportieren und überfüllt sind. Die das Gefühl verstörenden Beispiele von Ertrinkenden vor Lampedusa sind noch nicht zu Ende erzählt. Die Romanistin Ulrike Sprenger, Universität Konstanz, über legendäre Fälle von Seenot. Olli Schulz Late-Night Nr. 2 http://www.dctp.tv/filme/olli-schulz-late-night-nr-2-newsstories-24012017/ 2017-01-25T09:42:25Z 2017-01-25T00:00:00Z dctp.tv Der Show-Mann und Gitarrist Olli Schulz, beliebt in der digitalen Welt, aber ebenso erfolgreich in seinen Konzerten und im Fernsehen, mit vielen neuen Geschichten und mit viel Musik. Der Show-Mann und Gitarrist Olli Schulz, beliebt in der digitalen Welt, aber ebenso erfolgreich in seinen Konzerten und im Fernsehen, mit vielen neuen Geschichten und mit viel Musik. „Alarm, der Zirkus brennt!“ Worin besteht die geistesgegenwärtige Reaktion des Zirkusdompteurs in der Krise: was tun mit den Löwen, Schlangen, Elefanten, wenn das Zirkuszelt brennt? Olli Schulz ist jeder Lage gewachsen. „Wenn es gut ist, wird es schön sein und ein Leben lang passieren. Wenn es böse ist, dann beißt es, und du wirst es schnell verlieren.“ Olli Schulz: „mein schönstes Mandat als Anwalt“. Es geht um einen Flüchtling aus Afrika. Olli Schulz als „der letzte der Nibelungen“. Olli Schulz: „Der Letzte der Nibelungen“. Er kommt zu spät zur Katastrophe in Attilas Burg und hat etwas zu erzählen. Olli Schulz unter Palmen, in der Arbeitswelt, auf Schlössern und im Pladderregen. Wie berichtet man im werbefinanzierten TV über mehrmonatigen „Starkregen“ positiv? Olli Schulz über seine Herkunft, seinen Vater und die Urgroßeltern: immer verschwand in seiner Familie der Vater und die Mütter blieben. Ist eine Welt ohne Väter glücklicher? Während der Dreharbeiten komponierte Olli Schulz spontan neue Songs. Darunter eine Komposition zum Text des amerikanischen Star-Lyrikers Ben Lerner: „Als ich hübsch war und jung und das Glück mir zugetan, waren meine Finger in jedermanns Mund.“ Ein anderes Lied heißt „Zehn fette Finger in zehn fetten Mündern“. „Dann schlägt dein Herz und die Nase läuft.“ Lernen & Liebe in einem Meer von Krieg http://www.dctp.tv/filme/lernen-liebe-einem-meer-von-krieg-newsstoriesvom13122016/ 2017-01-24T14:25:43Z 2017-01-24T00:00:00Z dctp.tv Überall rüttelt der Krieg, dargestellt durch seine Göttin Bellone am Glück und am Lerneifer. Krieg lernt und lehrt überhaupt nichts. Wie man den richtigen Liebsten finden, das lernt man. Im November 1725 sandten französische Siedler aus Illinois den Häuptling Arapita Chicago (nach ihm wurde später die Stadt in den USA benannt) und fünf andere "Indianer" nach Paris. Dort trafen sie den König Louis Quinze. Am Abend tanzten sie im Théatre-Italien. Das inspirierte Jean-Philippe Rameau zu seiner Tanzoper "Les Indes Galantes". Rameau komponiert verblüffend radikal und modern. Der Chef des Koninklijk Ballet van Vlaanderen aus Belgien hat Rameaus Ballettoper mit größtmöglichem Schwung auf der Bühne des Prinzregententheaters für die Bayerische Staatsoper in einen musikalischen Höhepunkt verwandelt. Auch die Opernsänger müssen tanzen. Die Bühnenbildnerin Anna Viebrock hat die großen Tableaus nach den Phänomen LERNEN, LIEBE, KRIEG angeordnet. Lernende Kinder sind dabei das Berührendste. Überall rüttelt der Krieg, dargestellt durch seine Göttin Bellone am Glück und am Lerneifer. Krieg lernt und lehrt überhaupt nichts. Wie man den richtigen Liebsten finden, das lernt man - komponiert von Rameau für das aufklärerische 18. Jahrhundert - in Dreiecks- und Vierecksverhältnissen. 1. Akt: der großzügige Türke. Osman Pascha, ehemals Sklave und jetzt Sultan, liebt die junge Emilie. Da diese aber den jungen Valère vergöttert, lässt der Türke die Liebesleute davonziehen. (Genau dieses Modell Rameaus hat später Mozart in der "Entführung aus dem Serail" abgekupfert.) 2. Akt: bei den Inkas in Peru. Mit Erdbeben, Krieg, Mord und glücklichem Ausgang in einem Liebesdreieck. Der Zauberer und Tyrann Huasca (Bass) stirbt am eigenen Fluch. 3. Akt: in den Gärten Persiens. Hier geht es um ein Vierecksverhältnis. Wieder werden Sklaven zu Prinzen und Prinzen zu Liebessklaven. 4. Akt: bei den Indianern in Amerika. Der schöne Sopran zieht einen "Wilden" zwei Europäern vor, weil der eine ihr zu skrupellos und der andere ihr zu moralisch ist. Das Finale mit der stampfenden, berühmten Chaconne aus dieser Aufführung wird man nicht vergessen. Es geht um den Export der Phantasie in alle Länder der Erde. Dass überall ein Meer von Krieg herrscht, bringt Rameau nicht davon ab, dass Jugend, die Liebe und vor allem lerneifrige Kinder siegreich bleiben. Der belgische Regisseur und Choreograph Sidi Larbi Cherkaoui stammt aus einer Einwandererfamilie aus Marokko. Er spricht flämisch und französisch. In seiner Herkunft und Tanzpraxis verkörpert er die Kommunikation zwischen extrem verschiedenen Kulturen, mit der auch Rameaus Meisterwerk spielt. WERDE ERWACHSEN! http://www.dctp.tv/filme/werde-erwachsen-philosophisches-experiment/ 2017-01-24T14:59:23Z 2017-01-24T00:00:00Z dctp.tv Was heißt es, erwachsen zu sein? Heißt es, das Träumen aufzugeben und die Welt so zu akzeptieren, wie sie ist? Ein ernsthafter Mensch zu werden und sich von den eigenen Ideale der Jugend zu verabschieden? Was heißt es, erwachsen zu sein? Heißt es, das Träumen aufzugeben und die Welt so zu akzeptieren, wie sie ist? Ein ernsthafter Mensch zu werden und sich von den eigenen Ideale der Jugend zu verabschieden? Wenn aber Erwachsensein wirklich das bedeutet, wer hat dann wirklich Lust darauf, erwachsen zu werden? Die amerikanische Philosophin Susan Neiman vertritt hierzu eine ganz eigene Ansicht. Sie will tatsächlich dazu ermutigen, erwachsen zu werden. Der gängigen Meinung, wonach die besten Jahre des Lebens zwischen 18 und 28 liegen, widerspricht sie vehement. Sie vertritt die These: Je älter wir werden, desto erfüllter und glücklicher ist unser Leben. Damit ruft sie einer vom Jugendwahn befallenen Gesellschaft zu: Habe Mut, erwachsen zu werden! Du wirst es nicht bereuen! Wie genau Susan Neiman zu dieser Ansicht kommt, zeigt die amerikanische Philosophin im Dialog mit Zlatko Valentic in ihrer Heimatstadt Berlin. Mehr Informationen über Zlatko Valentić und sein Projekt “Philosophisches Experiment” finden Sie auf: philosophisches-experiment.com Was wir von Gott nicht wissen können http://www.dctp.tv/filme/was-wir-von-gott-nicht-wissen-konnen-newsstories-03012017/ 2017-01-23T21:45:42Z 2017-01-23T00:00:00Z dctp.tv Der Kern der Lehre des Maimonides: man darf Gott, der unendlich ist und den Anfang setzt, nicht mit Bildern behängen wie einen Tannenbaum mit Lametta. Bilder sind Metaphern, keine Einsichten. Die großen Theologen und Magister der Dominikanerschule in Köln und der Universität Paris, Albertus Magnus und Thomas von Aquin, standen durch die arabische Überlieferung des Aristoteles in naher Verbindung mit dem bedeutendsten jüdischen Magister und Rabbi Moses Maimonides. Der kam als Kind aus Cordoba und lehrte zuletzt in einer Vorstadt von Kairo. Er war Arzt, Astronom, Philosoph und vor allem Theologe. Er lehrte eine sogenannte negative Theologie: es ist wichtig zu wissen, was wir über Gott nicht wissen können. Das enthält die Fragestellung des Sokrates ebenso wie es die Überlieferungen des Alten Testaments und der Mischna kommentiert. Die Rezeption von Maimonides im arabischen und westeuropäischen Raum ist das Thema von Privatdozent Dr. Görge Hasseloff. Er schrieb selbst ein scholastisches Werk, dessen in die Tiefe ragenden Anmerkungen ebenso viel Platz einnehmen wie der führende Text. Es ergibt sich das Bild einer reichen Kommunikation des Denkens im Hochmittelalter über das ganze Mittelmeer hinweg wie wir es heute an keiner Stelle der Welt mehr kennen. Das Ansehen des Maimonides war überaus groß. Es wird erzählt, das Räuber seinen Sarg, als dieser von Kairo nach Palästina transportiert wurde, rauben wollten. Der Sarg war aber so schwer, dass auch 30 Mann ihn nicht heben konnten. Erst als gläubige Schüler des Rabbi hinzutraten, ließ der Sarg sich zur Grabstelle bringen. Der Kern der Lehre des Maimonides: man darf Gott, der unendlich ist und den Anfang setzt, nicht mit Bildern behängen wie einen Tannenbaum mit Lametta. Bilder sind Metaphern, keine Einsichten. Der Verstand, aber auch der Glaube, ist hellsichtig und darf durch Vorurteile und Phrasen nicht verdunkelt werden. Bei den Zeitgenossen war die Autorität des Maimonides auf dessen Fähigkeiten als Arzt ebenso gegründet wie auf die des Theologen. Die ärztliche Kunst ist ein gutes Mittel gegen den Aberglauben. Maimonides steht in manchen Punkten der Aufklärung Immanuel Kants überraschend nahe. Begegnung mit Dr. Görge Hasselhoff und der blühenden Hochscholastik des 13. Jahrhunderts. Preview auf "Olli Schulz - Late Night" - Teil 2 http://www.dctp.tv/filme/preview-auf-olli-schulz-late-night-teil-2/ 2017-01-20T14:15:38Z 2017-01-20T00:00:00Z dctp.tv Der Show-Mann und Gitarrist Olli Schulz, beliebt in der digitalen Welt, aber ebenso erfolgreich in seinen Konzerten und im Fernsehen, mit vielen neuen Geschichten und mit viel Musik. Der Show-Mann und Gitarrist Olli Schulz, beliebt in der digitalen Welt, aber ebenso erfolgreich in seinen Konzerten und im Fernsehen, mit vielen neuen Geschichten und mit viel Musik. Während der Dreharbeiten komponierte Olli Schulz spontan neue Songs. Darunter eine Komposition zum Text des amerikanischen Star-Lyrikers Ben Lerner: "Als ich hübsch war und jung und das Glück mir zugetan, waren meine Finger in jedermanns Mund." Ein anderes Lied heißt "Zehn fette Finger in zehn fetten Mündern". "Dann schlägt dein Herz und die Nase läuft." SPIEGEL TV Magazin vom 15.01.2017 http://www.dctp.tv/filme/spiegel-tv-magazin-vom-15012017/ 2017-01-17T11:54:10Z 2017-01-17T00:00:00Z dctp.tv Themen: Dschungel-Kandidaten 2017: Wiedergeburt der Totgeglaubten; Der ganz legale Wahnsinn: Vergewaltigungsdroge K.o.-Tropfen; Der Tod des kleinen Juri: Hat das Jugendamt versagt? Moderation: Maria Gresz. Olli Schulz - Late-Night http://www.dctp.tv/filme/olli-schulz-late-night-newsstories-27122016/ 2017-01-11T12:00:05Z 2017-01-10T00:00:00Z dctp.tv Wirklich gute Texte, ein Showmann und die Gitarre: Das war mit Bob Dylan in diesem Jahr reif für den Nobelpreis für Literatur. Zu diesem Genre aus Musik und Songtexten gehört auch Olli Schulz. Wirklich gute Texte, ein Showmann und die Gitarre: Das war mit Bob Dylan in diesem Jahr reif für den Nobelpreis für Literatur. Zu diesem Genre aus Musik und Songtexten gehört auch Olli Schulz, der (außer, dass ihn das Fernsehpublikum liebt) ein großer Musiker ist. Songs wie "Ich bin das letzte Königskind", "Und dann kommt wieder Drama", "Du lässt dich jetzt trösten von einem Kerl, der dich nicht kennt" und "Wenn die Wahrheit stirbt, begrab sie" prägen sich ins Gefühl stark ein. Für News & Stories bringt Olli Schulz neue Geschichten, alte und neue Songs. Es geht um Amazonen in der nördlichen Ägäis, die Männerfarmen gründen. Um den Astronomen Johannes Keppler, der seine Mutter, eine Hexe, vor der Inquisition rettete. Und um Liebesgeschichten von heute. Es geht um Gefühle, Abschied, Krach und Trennung. Manchmal zum Spottpreis, oft aber auch tödlich. "Dann wird das Haus verbrannt, dann wird der Hund verjagt. Und dann wird Platz gemacht, wo unsere Liebe war." Olli Schulz in den Fabriken, in den Tropen, in Kälte, Hitze und Regen. Wie immer schlagfertig in den Dialogen und immer mit Musik. "Die Farben werden bunt sein / es ist mein Herz, das explodiert." Ein politisches Dynamit http://www.dctp.tv/filme/ein-politisches-dynamit-10vor11-12122016/ 2017-01-10T09:53:19Z 2017-01-09T00:00:00Z dctp.tv Tröbst, berühmt durch sein Buch „Soldatenblut“, gehört zu den Charakteren, die der Erste Weltkrieg schmiedete, die keinen Putsch, kein rechtsradikales Unternehmen & keinen Rachefeldzug gegen Links verpassen. Aus der engen deutsch-türkischen Waffenbrüderschaft im und nach dem Ersten Weltkrieg stammen einige abenteuerliche Charakterfiguren. Eine davon ist der Hauptmann Tröbst, von dem Ludendorff aus Anlass des Münchner Putschs von 1933 sagte: „Hauptmann Tröbst kann jederzeit für mich sprechen“. Berühmt wurde Hauptmann Tröbst durch sein Buch „Soldatenblut“. Er gehört zu den Charakteren, die der Erste Weltkrieg schmiedete, die keinen Putsch, kein rechtsradikales Unternehmen und keinen Rachefeldzug gegen Links verpassen. Er war 1920 beim Kapp-Putsch dabei, einem Staatsstreich des Militärs in Berlin, das die Weimarer Republik übernehmen wollte. Der Putsch scheiterte. Er diente in den Freichors im Baltikum und in der berüchtigten „Eisernen Brigade“, die unter den Bolschewisten Massaker anrichtete. Das hinderte ihn nicht, sich wenig später als Siedler in der Sowjetunion zu bewerben. Meriten errang er erneut im Dienste der türkischen Armee, welche die griechische Armee aus Kleinasien und Thrakien vertrieb. Kurz darauf finden wir ihn im Umkreis der Verschwörer, die Hitlers Putsch von 1923 in München vorbereiten. Er ist am entscheidenden Tag nur deshalb nicht anwesend, weil er für die Machtübernahme nach dem Putsch aus Berlin Ministerkandidaten heranschafft. Nach allen Seiten politisch stets unkorrekt: Ein politisches Stück Dynamit der 20er Jahre mit Phantasien im Kopf, wie sie die deutsch-türkische Waffenbrüderschaft eingab: Orient pur. Der Turkologe und Historiker Gerhard Grüßhaber, LMU München, berichtet. Vom Euphrat kommt, was wir sind http://www.dctp.tv/filme/vom-euphrat-kommt-was-wir-sind/ 2017-01-04T15:36:45Z 2017-01-04T00:00:00Z dctp.tv Oasenartige Üppigkeit und wüste Steppe liegen entlang des Euphrat eng beieinander. Wie das Land aussieht, das jetzt im Bürgerkrieg umkämpft ist, wissen in der Bundesrepublik wenige. Flüchtlinge aus Syrien tragen in ihrem Innern die lange Geschichte ihres Landes mit sich: Nord-Syrien gehört zu den ältesten Zivilisationen der Menschheit. An den Ufern des Euphrat entstanden in Teilen des heutigen Irak und in Nord-Syrien die ersten Siedlungen, Städte, Plantagen und Gemeinwesen. Parallel und in Einzelfällen vor den Zivilisationen am Nil, am Indus und am Gelben Fluß. Nach Angaben des Alten Testaments und der Auslegung durch rabbinische Gelehrte lag das Paradies zwischen Euphrat und Tigris und zwei weiteren Flüssen, die in der Bibel genannt sind und die wir heute nicht mehr identifizieren können. Prof. Dr. Adelheid Otto, Vorsitzende der Deutschen Vorderasiatischen Gesellschaft, ist aktiv als Archäologin tätig. Für viele Jahre leitete sie eine Rettungsgrabung in dem Gebiet in der Nähe von Raqqah, das heute das Zentrum des IS darstellt. Der Posten, der die Grabungsstätte mit einer Schrotflinte bewachte, wurde von den radikalen Islamisten umgebracht. Sie vernichteten auch eine große Zahl der archäologischen Funde. Oasenartige Üppigkeit und wüste Steppe liegen entlang des Euphrat eng beieinander. Wie das Land aussieht, das jetzt im Bürgerkrieg umkämpft ist und aus dem die Flüchtlinge kommen, wissen in der Bundesrepublik wenige. Die Bevölkerung des Landes ist äußerst differenziert zusammengesetzt. Was sind Drusen? Was sind Alewiten? Gibt es dort noch Abkömmlinge der Phönizier, der Aramäer, der Assyrer bis heute? Wie viel Unterschiede gibt es unter den Sunniten und Schiiten? Das Gebiet, in dem die Ausgrabungen von Adelheid Otto stattfanden – gegenwärtig gräbt sie nicht in Syrien sondern im Tall Bazi in der Nähe von Mosul – war in der Geschichte nie für längere Zeit friedlich. Von der Okkupation durch die kriegerischen Assyrer lange vor Christi Geburt über das römische und byzantinische Regime, über den Mongoleneinfall bis zur arabischen Eroberung, in der französischen Besatzungszeit bis zur heutigen Krise war dieses an sich „gesegnete Land“ brutalen Kriegen ausgesetzt. Die archäologischen Grabungen (und die konkrete Kenntnis des Landes) zeigen eine Welt, die bis in die Zeit von vor 12.000 Jahren zurückreicht und Zivilisationen hervorbrachte, von denen unsere europäische Zivilisation in vielen Punkten unmittelbar abstammt. Begegnung mit Prof. Dr. Adelheid Otto, Leiterin des Archäologischen Instituts an der LMU. Der Vampyr http://www.dctp.tv/filme/der-vampyr-10vor11-28112016/ 2017-01-04T11:53:38Z 2017-01-04T00:00:00Z dctp.tv Den Stoff lieferte der Dichter Lord Byron. Die Eroberung von Polens Osten durch das Kaiserreich Österreich-Ungarn, also von Transsylvanien, lieferte die Gruselstimmung und die Geschichten. Den Stoff lieferte der Dichter Lord Byron. Die Eroberung von Polens Osten durch das Kaiserreich Österreich-Ungarn, also von Transsylvanien, lieferte die Gruselstimmung und die Geschichten. „Der Vampyr“ heißt die Erfolgsoper des Komponisten der Deutschen Romantik, Heinrich Marschner. Nach diesem Vorbild entwarf Richard Wagner später seinen FLIEGENDEN HOLLÄNDER: Lord Ruthwen ist ein Untoter. Nur wenn er drei frische junge Frauen, die Bräute – also „unschuldig“ – sein müssen, umbringt und sich mit ihrem Blut stärkt, wird dieser Mann noch ein Jahr überleben. Der Gegenspieler dieses Vampirs, ebenfalls Lord, der eine der drei zur Tötung ausersehenen Frauen liebt, bringt den Vampir um. So rettet er seine Geliebte. Er ist aber durch den blutigen Kontakt mit dem Untoten selber kontaminiert. Als er sich an die Halsschlagader der geretteten Braut heranmachen will, tötet sie ihn durch sieben Stöße mit einem zugespitzten Holz in die Brust. Der katalanische Regisseur Antú Nunez, der Dirigent Kai Tietje und Johannes Hofmann, der ergänzende Grusel-Kompositionen beisteuerte, haben Marschners Klassiker in eine beschleunigte dramatische Form gebracht. Stark und unheimlich wie in einem Splatter-Film. Der Sündenbock http://www.dctp.tv/filme/der-sundenbock-10vor11-05122016/ 2017-01-04T09:56:17Z 2017-01-04T00:00:00Z dctp.tv Die Aggressivität, die sich in modernen Zivilisationen staut, sucht Rituale der Grausamkeit, um sich zu entladen. In der Wirklichkeit sind das Pogrome, ethnischer Hass, Terror und Krieg. Die Aggressivität, die sich in modernen Zivilisationen staut, sucht Rituale der Grausamkeit, um sich zu entladen. In der Wirklichkeit sind das Pogrome, ethnischer Hass, Terror und Krieg. Ein rituelles Echo davon, dass vor der ständigen Wiederholung der Grausamkeit warnt, findet sich in den Opern. Davon handelt die Oper von Jacques Fromental Halévy, des Schwiegervaters von Georges Bizet. Ein Jude und seine Adoptivtochter finden sich im Umfeld von Hass und „Volksgeist“ in der Zeit des Konzils von Konstanz. Beide werden zum Tode verurteilt. Der katalanische Regisseur Calixto Bieito hat das emotional packende Musikwerk, die Lieblingsoper des Pariser Publikums im 19. Jahrhundert, kraftvoll ins 21. Jahrhundert katapultiert: Ein Requiem für eine geopferte Frau. Rachel, die Ziehtochter des Juden Éléazar, wird ins Feuer geworfen. Das Geschehen kommentiert der Dramaturg der Bayerischen Staatsoper München Benedikt Stampfli, der aus der Schweiz stammt. Preview auf "Olli Schulz - Late Night" http://www.dctp.tv/filme/preview-auf-olli-schulz-late-night/ 2017-01-20T14:09:49Z 2016-12-23T00:00:00Z dctp.tv Der Show-Mann und Gitarrist Olli Schulz, beliebt in der digitalen Welt, aber ebenso erfolgreich in seinen Konzerten und im Fernsehen, mit vielen neuen Geschichten und mit viel Musik. Der Show-Mann und Gitarrist Olli Schulz, beliebt in der digitalen Welt, aber ebenso erfolgreich in seinen Konzerten und im Fernsehen, mit vielen neuen Geschichten und mit viel Musik. Während der Dreharbeiten komponierte Olli Schulz spontan neue Songs. Darunter eine Komposition zum Text des amerikanischen Star-Lyrikers Ben Lerner: "Als ich hübsch war und jung und das Glück mir zugetan, waren meine Finger in jedermanns Mund." Ein anderes Lied heißt "Zehn fette Finger in zehn fetten Mündern". "Dann schlägt dein Herz und die Nase läuft."