Barrie Kosky inszeniert EUGEN ONEGIN an der Komischen Oper Berlin

Liebe in Russland ist nicht schwarz-weiß

Einen Dandy aus der Hauptstadt, Eugen Onegin, hat es aufs Land verschlagen. Er weckt in einer 17jährigen Gutstochter, Tatjana, eine Leidenschaft.


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Einen Dandy aus der Hauptstadt, Eugen Onegin, hat es aufs Land verschlagen. Er weckt in einer 17jährigen Gutstochter, Tatjana, eine Leidenschaft. Man weiß nicht: kommt die Obsession aus ihrem Inneren oder aus den Romanen, in denen sie so eifrig liest. Ihre ältere Schwester, Olga, eine realistischere Natur, ist verlobt mit dem engsten Freund Onegins, Lenski. In der Verwirrung einer Sommernacht zündet es zwischen Onegin und dieser Olga. Der eifersüchtige Lenski beleidigt Onegin. Es kommt zum Duell. Onegin erschießt seinen besten Freund. 15 Jahre später trifft Onegin, inzwischen als Mensch verändert, erneut auf Tatjana. Sie ist mit dem Fürsten Grenin verheiratet und eine große Dame der Gesellschaft. Für einen kurzen Moment scheint es, als könnten sie zueinander finden. Tschaikowsky hat nach dem Versepos von Alexander Puschkin sieben lyrische Szenen zu diesem Sujet komponiert. Barrie Kosky, der Intendant der Komischen Oper Berlin, zeigt in seiner Inszenierung mit entschiedenem Griff die Präzision und Schönheit von Tschaikowskys Oper, die das Schema der Oper hinter sich lässt. Es geht um eine Reise von Obsession zu Gleichgültigkeit. Das Nein kommt erst von Onegin und Jahre später von Tatjana. Dass dem Zuschauer eine solche Reise ins Nichts das Herz erwärmt, daran zeigt sich die Macht der Liebe.

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