10 vor 11 vom 30.12.2013

Katastrophen in der Antike

Prof. Dr. Holger Sonnabend über Tsunamis, Brände, Geldentwertung und politische Tote vor 2.000 Jahren (und länger)
Erdbeben, Feuersbrünste, gewaltsamer Tod von Herrschern, Bürgerkrieg und Finanzkrisen bilden in der Antike den Kern der Geschichtsschreibung. Bei dem Untergang von Herculaneum und Pompeji starb der Wissenschaftler Plinius der Ältere, weil er sich zu neugierig mitten in der Katastrophe an den Vulkan heranwagte. Die erste exakte Beschreibung eines gewaltigen Tsunamis vor Kreta stammt von dem Historiker Ammianus Marcellinus. Zu Unrecht wurde Kaiser Nero verdächtigt, er habe Rom in Brand gesetzt, weil er diesen Großbrand mit dem Brand von Troja verglich und die Stadt großzügig neu wiederaufbaute (so als hätte er sich gewünscht, sie durch den Brand loszuwerden). Der reichste Mann Roms, Crassus, unterhielt eine Feuerwehr, welche die häufigen Brände in den Randbezirken Roms nur löschte, wenn der Hausbesitzer ihm zuvor das Grundstück verkaufte. Die Welt der Antike wird lebendig, wenn man ihre Katastrophen betrachtet.

Der Althistoriker Prof. Dr. Holger Sonnabend, Universität Stuttgart, berichtet.