Eine japanische Heldengeschichte

Die Verschwörung der 47 Getreuen

Das beliebteste Drama im Kabuki-Theater geht zurück auf die Legende von den 47 Ronin. Diese verschwören sich, den Tod ihres Herrn zu rächen.


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Das beliebteste Drama im Kabuki-Theater geht zurück auf die Legende von den 47 Ronin. Diese Samurai verschwören sich, den Tod ihres Herrn an dem korrupten Zeremonienmeister Kira zu rächen. Sie tarnen sich jahrelang, indem sie alle Attribute ihres tatsächlichen Standes ablegen. Sie betrinken sich, verkuppeln ihre Frauen, lassen sich beleidigen, die Schwerter verrosten. Wie weit kann ein Mensch sich verwandeln, wenn es um ein Ziel geht? Als niemand die 47 Getreuen noch für ernst nahm und die Spione des Kira längst abgewinkt haben, kommen die Kämpfer in die Hauptstadt und bringen den Todfeind um. Danach begehen sie Harakiri. Das letzte, was der japanische Kaiser vor Japans Kapitulation von 1945 besucht, ist das Grab dieser verehrungswürdigen Helden. Der Japanforscher Prof. Dr. Joachim Kersten berichtet von dieser Heldensage und den darauf gegründeten Theaterdramen und setzt sie in Bezug zu der keltischen Heldensage vom Schmied Wieland. Dieser Arbeiter wird betrogen und durch den korrupten König gelähmt. Er rächt sich bitter, entwickelt wie Daedalus Flügel, schwängert die Tochter des Königs und flieht in ferne Lande. Wie unterscheiden sich solche europäischen Helden von japanischen?

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