Händels Meisterwerk ARIODANTE an der Staatsoper Stuttgart

Die Oper der riskanten Verkleidung

Steckt das Schicksal, der Tod und die Liebe in den Kleidern oder eher in den Herzen der Menschen? Händel antwortet wirksam darauf, indem er zeigt, dass in den Verkleidungen der Teufel im Detail wohnt.


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Die letzte Oper, die Händels Gesamtwerk abschloss, stützt sich auf eine Episode aus Ariosts RASENDEM ROLAND. Es geht um eine sonst in der Opernliteratur nicht bekannte Handlung: um Menschen und ihre Kleider. Steckt das Schicksal, der Tod und die Liebe in den Kleidern oder eher in den Herzen der Menschen? Der große Musiker Händel antwortet wirksam darauf, indem er zeigt, dass in den Verkleidungen der Teufel im Detail wohnt. Die Staatsoper Stuttgart hat in der Inszenierung von Jossi Wieler und Sergio Morabito aus der Barockoper eine hochaktuelle „comedia umana“ gemacht. Die Regisseure verbinden Händels Oper mit der Kritik, die der Aufklärer Jean Jaques Rousseau an Opern, Theater, Kostümen und Verkleidungen überhaupt übte („unnatürlich“). Ein König von Schottland hat eine Tochter. Sie liebt den Helden Ariodante und er liebt sie. Dem „bösen Mann“ im Stück, einem Herzog, gelingt es, die Dienerin der Königstochter in deren Kleider zu stecken und sowohl sie wie die Königstochter zu kompromittieren. Nach schottischem Gesetzt muss jetzt der König seine Tochter, die ihre Ehre verlor, töten. Eine epochale Leistung der Staatsoper Stuttgart. Ein musikalisch und in dieser Inszenierung auch inhaltlich substantielles Letztwerk Händels. Mit der fulminanten Sängerin Ana Durlovski als Königstochter Ginevra.

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