Kriegerische Migration in der Spätantike

Die Epoche der Völkerwanderung

Der Archäologe Dr. Philipp von Rummel, Generalsekretär des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin, ist Experte für die kriegerische Migration in der Spätantike.


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Nachdem die Goten im Jahr 378 n.Chr. den römischen Kaiser Valens bei Adrianopel besiegten und töteten, zogen in einer Epoche, an die sich das Frühmittelalter und das Reich der Franken anschließen, kriegerische Verbände vor allem durch den Westen des Römischen Reiches. Bekannt sind die Züge der Vandalen, die Migrationen Alarichs (der Rom eroberte und verbrannte) und die Züge der sogenannten Westgoten (eigentlich Visigoten). Erscheinungen wie der Heermeister Odoaker, wie der König Theoderich der Große und wie der Hunnenkönig Attila kommen ins Bild. Einen Höhepunkt bildet die Schlacht auf den Katalaunischen Feldern, die das weitere Vordringen der Allianz des Hunnenkönigs und der ihn begleitenden Völker nach Westen stoppte. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde die Völkerwanderung im Sinne der Nationalstaaten gedeutet. Die deutsche Tradition feierte den „Völkerfrühling“. In romanischen Ländern dagegen wird gesprochen von der „invasion des barbares“. Die moderne Forschung bezweifelt, dass es sich um die Migration geschlossener Völker gehandelt haben kann. Es sind Stämme und kriegerische Bünde, stark besetzt mit jungen Männern, die in das durch Fraktionskämpfe zerrüttete Imperium Romanum einsickern, dort eigentlich feste besoldete Aufträge und Integration anstreben – und, weil diese verweigert wird, Raubzüge und Okkupationen veranstalten. Es ergibt sich ein hochdifferenziertes Bild. Die starke Anpassung der Migranten an die römische Zivilisation tritt vor Augen. Die sogenannte Völkerwanderung muss neu beschrieben werden. Der Archäologe Dr. Philipp von Rummel, Generalsekretär des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin, ist Experte für die kriegerische Migration in der Spätantike.

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