Requiem für eine geopferte Frau: La Juive, große Oper von J. F. Halévy

Der Sündenbock

Die Aggressivität, die sich in modernen Zivilisationen staut, sucht Rituale der Grausamkeit, um sich zu entladen. In der Wirklichkeit sind das Pogrome, ethnischer Hass, Terror und Krieg.


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Die Aggressivität, die sich in modernen Zivilisationen staut, sucht Rituale der Grausamkeit, um sich zu entladen. In der Wirklichkeit sind das Pogrome, ethnischer Hass, Terror und Krieg. Ein rituelles Echo davon, dass vor der ständigen Wiederholung der Grausamkeit warnt, findet sich in den Opern. Davon handelt die Oper von Jacques Fromental Halévy, des Schwiegervaters von Georges Bizet. Ein Jude und seine Adoptivtochter finden sich im Umfeld von Hass und „Volksgeist“ in der Zeit des Konzils von Konstanz. Beide werden zum Tode verurteilt. Der katalanische Regisseur Calixto Bieito hat das emotional packende Musikwerk, die Lieblingsoper des Pariser Publikums im 19. Jahrhundert, kraftvoll ins 21. Jahrhundert katapultiert: Ein Requiem für eine geopferte Frau. Rachel, die Ziehtochter des Juden Éléazar, wird ins Feuer geworfen. Das Geschehen kommentiert der Dramaturg der Bayerischen Staatsoper München Benedikt Stampfli, der aus der Schweiz stammt.

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