Goethes Monument des Sprechtheaters am „Theater des Jahres“ in Berlin

Castorfs Faust 2017

Die ausgewählten Szenen aus dem auf sieben Stunden (bis spät in die Nacht) angelegten Riesentheaterstück werden ergänzt durch Szenen aus dem Stummfilm-Faust von G. W. Murnau von 1926.


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Frank Castorf inszenierte erst die Faust-Oper von Charles Gounod an der Staatsoper Stuttgart und im Anschluss daran Goethes Faust in einer frischen und modernen Sprechtheaterversion an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin. Man wundert sich nicht, dass die Hauptdarstellerin, die Gretchen und Helena spielte, Valery Tscheplanowa, zur Schauspielerin des Jahres 2017 und die Volksbühne zum „Theater des Jahres“ gewählt wurden. In einer grandiosen Szene zwischen Faust (Martin Wuttke) und dem Weltgeist (Sophie Rois) und – in der gleichen Besetzung – in der berühmten Nachtszene zwischen Faust und seinem Famulus Wagner, wird Goethe erstmals in eine Sprechweise des 21. Jahrhunderts katapultiert. Der Klassiker Goethe zeigt sich als ein Mammut des Sprechtheaters. Die Grenzen zwischen Komödie, Tragödie, großer Oper und Dokument werden niedergerissen. Das ist große Kunst und zugleich pure Gegenwart. Die ausgewählten Szenen aus dem auf sieben Stunden (bis spät in die Nacht) angelegten Riesentheaterstück werden ergänzt durch Szenen aus dem Stummfilm-Faust von G. W. Murnau von 1926.

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