Eva Esslinger über die Dritte im Familienbund, die nichts zu lachen hat.

Das "verführte Dienstmädchen" im Roman

Die Verknüpfung von Dienstleistung im Haushalt und Sex hat eine lange Geschichte. Sie reicht von der "Perle im Haushalt" bis zur modernen globalen Fremdarbeiterin. In dem Fall Strauss-Kahn zeigt sich das.


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Im 18. Jahrhundert ereignete sich ein Skandalfall. Ein Lord hatte seine Dienstmagd in seinem Haushalt vergewaltigt. Der Lüstling wurde zum Tode verurteilt. Erst durch Einsatz seiner Standesgenossen kam er mit dem Leben davon. Die Verknüpfung von Dienstleistung im Haushalt und Sex hat eine lange Geschichte. Sie reicht von der "Perle im Haushalt" bis zur modernen globalen Fremdarbeiterin. In dem Fall Strauss-Kahn zeigt sich das. Das Zimmermädchen in New York kam von weit her und arbeitete in einem Großbetrieb, nicht in einem Haushalt. Der Angeklagte und dann Freigesprochene ist nicht ihr Dienstherr, aber so gierig wie einst der Lord. Das "verführte Dienstmädchen" ist in Romanen beschrieben. In ihnen geht es einerseits um soziale Kälte, die in dieser Dienststellung wirksam wird und zugleich um poetische Romanzen. Eindrucksstarke literarische Darstellungen gibt es bei Daniel Defoe (Molly Flanders), Gustave Flaubert (Ein einfaches Herz), bei Carl Sternheim und bei Elias Canetti (Die Blendung). Dr. Eva Esslinger, LMU München und Autorin des Buches DAS DIENSTMÄDCHEN, DIE FAMILIE UND DER SEX, berichtet. Spannend und informativ.

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