Groteske Oper in drei Akten von Jaques Offenbach am Theater Bremen: Schillers "Räuber" betätigten sich lange Zeit in den böhmischen Wäldern. Unter Anleitung des Komponisten entdeckten sie 1869 Paris.
Groteske Oper in drei Akten von Jaques Offenbach am Theater Bremen
Friedrich Schillers „Räuber“ betätigten sich lange Zeit in den böhmischen Wäldern. Unter der Anleitung des Komponisten Jaques Offenbach entdecken sie dann im Jahre 1869 die Spekulationsblase von Paris. Dort, in der Hauptstadt des 19. Jahrhunderts, liegt die Beute, die es sich anzueignen gilt. Ein aktueller Auslöser für Offenbachs groteske Oper war außerdem die Kandidatur eines Hohenzollernprinzen für den spanischen Königsthron. Dies wiederum war kurz nach Veröffentlichung der Operette der tatsächliche Grund für den Deutsch-Französischen Krieg von 1870. Solche realen Elemente der Zeitgeschichte bewegen sich frei vom Sinnzwang in Offenbachs großer Tanzoper.
Die Räuberbande tritt in zahlreichen Verkleidungen auf (als Köche, Spanier, Heiratsschwindler, Ehevermittler). Sie fangen einen mächtigen Herrscher. Er hat aber kein Geld. Am Ende droht ihnen der Galgen. Stattdessen werden die Banditen zu Staatsbeamten.
Das Leitmotiv dieser Komischen Oper wurde im 2. Weltkrieg Erkennungsmelodie der Französischen Resistance.
Das Bremer Theater hat diese opera-bouffe, die am Ende der erfolgreichen Karriere Offenbachs steht und den Absturz der Zeit charakterisiert (ein Jahr später in Paris die Commune), in schwungvollem Stil neu herausgebracht.
Musikalische Leitung: Titus Engel. Inszenierung: Herbert Fritsch. Dramaturgie:
Ingo Gerlach, Sabrina Zwach.
Spannend, musikalisch und informativ.