Irmgard Fees über Venedig im Mittelalter

Eine Stadt lernt schreiben

Im 12. Jahrhundert ist Venedig eine Handelsstadt, dann folgen Ratio, Schreiben und schließlich die politische Vernunft. Überall sonst in Europa schreiben die Mönche, in Venedig schreiben sie alle.


Video anzeigen
Im 12. Jahrhundert ist Venedig eine Handelsstadt, die mit Ägypten, Byzanz, Kreta und dem westlichen Mittelmeer lebhaften Handel betreibt. Es entspricht der Erfahrung, dass sich erst die Tauschgesellschaften entwickelten (der Handel). Dann folgt die Ratio, das Schreiben und am Ende die politische Vernunft. Erst tun die Menschen etwas, dann verstehen sie, was sie tun. Die Historikerin Irmgard Fees hat die ungewöhnlich starke Verbreitung der Alphabetisierung im Venedig des Hochmittelalters mit neuartigen Dokumenten belegt. Diese Stadt konnte schreiben, herrschen und sogar vermitteln. Überall sonst in Europa schreiben die Mönche, in Venedig schreiben sie alle. Der Friedensschluss im jahrzehntelangen Krieg zwischen dem Papst und Kaiser Barbarossa wird vor dem Dogen im Dom von Venedig zustande gebracht … der Doge der Stadt wie ein politischer Notar. Dr. Irmgard Fees ist Professorin für Historische Grundwissenschaften und Historische Medienkunde an der LMU München. Spannend und informativ.

Teilen auf Facebook Teilen auf Twitter Teilen auf Google+

Verwandte Themen

Embed